Rosenheim/Traunstein – 1783 Fälle von „Computerbetrug in einem besonders schweren Fall“ wirft die Staatsanwaltschaft einem 34-jährigen Nigerianer vor. Die Ermittler gehen laut Anklageschrift davon aus, dass das Darknet der Ausgangspunkt für die kriminellen Aktivitäten des Mannes war. Dort soll er für wenig Euros gefälschte Kreditkartendaten erworben haben. Der Erwerb erfolgte über E-Mailkonten, die der 34-Jährige unter Angabe falscher Personalien angemeldet haben soll.
Die Staatsanwaltschaft listet über ein Dutzend Falschnamen auf, unter denen der Mann aktiv gewesen sein soll. Seine illegalen Geschäfte wickelte er nach Überzeugung der Anklagevertretung von seinem letzten Wohnsitz in Rosenheim aus über das Internet ab. Teilweise soll er die betrügerisch erworbenen Tickets selber genutzt haben. Einen Großteil soll er jedoch über Mittelsmänner an Auftraggeber weitergeleitet und dafür Geld kassiert haben.
Aktiv war der Mann, der im Januar dieses Jahres in Italien festgenommen worden war und nach seiner Auslieferung seit Februar in Deutschland in Untersuchungshaft sitzt, nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft von Januar 2019 bis März 2020. Sie beziffert den Gesamtschaden, der durch die Machenschaften des Afrikaners entstanden sein soll, auf exakt 65959,50 Euro. Geht es nach den Anklägern, wird dieses Geld im Falle einer Verurteilung als „Werteersatz“ eingezogen.
Prozessbeginn ist am Dienstag, 18. Juli, um 9.30 Uhr. Einen weiteren Verhandlungstag hat das Gericht am Donnerstag, 20. Juli, anberaumt.Norbert Kotter