Der wichtigste Schlüssel

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Der letzte Gottesdienst zum Abschluss der Kindergartenzeit ist für die Kinder und die meist vollständig versammelten Eltern ein ganz besonderer. Bei der Predigt zeige ich den Kindern dieses Mal einen großen Schlüsselbund und frage, welcher dieser vielen Schlüssen wohl der Wichtigste sei. Da meldet sich ein Mädchen und sagt: Der „Zuhauseschlüssel“! Was für ein schönes Wort! Kinder sind doch die größten Philosophen und bringen eine Wahrheit oft gleich auf den Punkt. Einen „Zuhauseschlüssel“ sollte man nie verlieren, versuche ich den Kindern weiter zu erklären. „Wir haben draußen einen zweiten Schlüssel in einem Joghurtbecher versteckt“, meint ein anderes Kind und es gibt großes Gelächter. Diese Familie wird sich auf dem Nachhauseweg wohl ein anderes Versteck überlegen müssen, denn der Schlüssel im Joghurtbecher ist nicht für alle gedacht. Manche Schlüssel im Leben muss man gut hüten. Es gibt aber noch einen unsichtbaren Schlüssel, den man nicht verlieren kann, weil man diesen immer im Herzen trägt. Er hat den Namen „Glaube, Hoffnung und Liebe“: Der Glaube, dass Gott an unserer Seite ist. Die Hoffnung, dass zumindest ganz am Ende alles gut ausgeht, und die Liebe, die uns in jedem Atemzug umgibt und die wir verschenken dürfen. Dieser Schlüssel möge die Vorschulkinder jetzt erst einmal in die Ferien und dann getrost in den neuen Lebensabschnitt begleiten. In den Gesichtern der Kinder kann ich jetzt ein frohes Lachen sehen und manchmal würde ich mir wünschen, wir Erwachsenen hätten uns ein so offenes kindliches Herz bewahren können.

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