Sachrang/Rosenheim – Sie wurden offenbar einfach aus dem Auto geworfen: Eine Gruppe von zehn Migranten wurde am Mittwochvormittag zwischen Sachrang und Aschau von der Bundespolizei in Gewahrsam genommen. Die sechs Männer und vier Jugendlichen waren laut ersten Erkenntnissen von einem unbekannten Schleuser bei eisigen Temperaturen auf der Landstraße ausgesetzt worden. Die Migranten waren von einem Zeugen entdeckt worden, der die Bundespolizeiinspektion in Rosenheim informierte. Bei Eintreffen der Polizei hatten sich die Migranten bereits aufgeteilt. Fünf von ihnen wurden in der Nähe des Weilers Stein und zwei weitere einige hundert Meter entfernt neben der Staatsstraße gefunden. Die übrigen drei wurden von den Bundespolizisten auf einem Forstweg eines angrenzenden Waldstücks aufgefunden. Die Migranten gaben an, ursprünglich aus Syrien zu stammen und keine Papiere bei sich zu haben. Die letzte Etappe ihrer organisierten Schleusung habe in Slowenien begonnen, wo sie in einen Pkw stiegen. Aufgrund mangelnder Sitzplätze mussten vier der Insassen die gesamte Fahrt im Kofferraum verbringen. Die sechs erwachsenen Syrer im Alter zwischen 20 und 33 Jahren sowie die vier Jugendlichen, zwischen 15 und 17 Jahre alt, wurden zur Bundespolizeidienststelle nach Rosenheim gebracht. Es ist geplant, die alleinreisenden Minderjährigen dem Jugendamt zu übergeben. Drei der Männer sollen einer Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet werden. Die anderen beiden werden voraussichtlich Deutschland wieder verlassen müssen.