Rosenheim – Es war ein kurioser Vorfall, der sich am Samstag gegen 0.15 Uhr in Rosenheim ereignete. Als ein 22-jähriger Autofahrer aus Rosenheim die Äußere Münchener Straße entlang fuhr, musste er an der Ampelanlage auf Höhe der Kreuzung am Gries anhalten. Mit im Fahrzeug saßen außerdem seine zwei 21-jährigen Begleiter, die auch aus dem Stadtgebiet stammen. Doch aus dem unscheinbaren Ampel-Stopp wurden schnell Szenen wie aus einem Actionfilm.
Von hinten überholte ein roter Audi den Wagen des Rosenheimers und stellte sich quer vor ihn, sodass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Schließlich stiegen vier Männer aus dem Wagen aus, gingen auf das Fahrzeug des Rosenheimers los und schlugen mit Fäusten darauf ein. Warum? „Das ist auch für uns die große Frage“, erklärt Robert Maurer, erster Polizeihauptkommissar der Polizeiinspektion Rosenheim. „So ein Vorfall ist absolut untypisch für Rosenheim“, sagt er und vermutet hinter dem Angriff eine persönliche Vorgeschichte zwischen den Beteiligten.
Darauf würde auch hindeuten, dass dem 21-jährigen Beifahrer durch das geöffnete Fenster ein Faustschlag ins Gesicht verpasst wurde. „Das ist ein Indiz dafür, dass man sich gekannt hat. Dass man den Dialog gesucht hat“, vermutet Maurer. Schließlich wäre die zu erwartende Reaktion in einer solchen Situation nicht, das Fenster zu öffnen. „Eher würde man sich in einer so bedrohlichen Lage im Auto verschanzen.“
Nach dem Angriff stiegen die vier Männer wieder in ihr Auto und fuhren davon. Der Schaden am Auto des Rosenheimers wird auf rund 500 Euro geschätzt. Um zu klären, ob eine Beziehung zwischen den Tätern und Opfern des Angriffs besteht, müssen noch mehrere Vernehmungen durchgeführt werden. Zeugen werden gebeten, sich mit der Rosenheimer Polizei unter Telefon 08031/2002200 in Verbindung zu setzen. Patricia Huber