Ob Freitagabend in Rosenheim, Samstag in Rott oder Sonntag in München – die Bürger gehen auf die Straße, setzen ein deutliches Zeichen gegen rechts. Gegen fremdenfeindliche Parolen, gegen Ausgrenzung, gegen Umsturzfantasien. Den Bürgern reicht’s, auch in der Region, das zeigten sie am Wochenende – und das ist gut so.
Und sie setzten damit ein Zeichen für die eigene Haltung. Denn nicht jeder, der in der Vorwoche die Proteste der Bauern, Spediteure, Handwerker begleitet und ihnen zugewunken hatte, ist automatisch rechts. Nicht jeder, der den Zickzackkurs der Ampel und deren Dilettantismus satthat, wählt automatisch AfD. Nein, die Bürger wollen wachrütteln, ernst genommen werden mit ihren kleinen und großen Sorgen.
Dass die extremen Ränder, egal ob rechts oder links, Proteste gerne kapern und als Trittbrettfahrer Profit daraus schlagen wollen, ist bekannt.
Deutschlandweit, aber auch in der Region, haben die Rechtspopulisten nun eine klare Abfuhr erhalten: Eine große Mehrheit ist alles andere als AfD, hat mit deren Gesinnung nichts am Hut und distanzierte sich deutlich.
Bleibt nur zu hoffen, dass nun auch bei dem ein oder anderen Protestwähler ein Umdenken einsetzt – und dessen Stimme beim nächsten Urnengang wieder in die Mitte des Parteienspektrums zurückfindet. Eine Protestwahl, die Rechtspopulisten in die Karten spielt, ist keine Alternative. Die etablierten Parteien wiederum sollten ihr Übriges dazu beitragen und ihnen die Rückkehr erleichtern – indem sie endlich Politik für die Bürger machen, klar und verlässlich. Zeit wär’s!