Rosenheim/Mühldorf – Die GDL hat am Montag (22. Januar) ihre Mitglieder dazu aufgerufen, erneut die Arbeit niederzulegen. Von Mittwoch (24. Januar) um 2 Uhr bis Montag (29. Januar) um 18 Uhr soll insgesamt sechs Tage lang gestreikt werden.
Es ist bereits der vierte Bahnstreik seit Mitte November 2023. Hintergrund sind die Tarifauseinandersetzungen zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn.
„Der erneute Streik wird sich wieder massiv auf den gesamten deutschen Bahnbetrieb auswirken“, schreibt die Bahn in einer Pressemitteilung. Wie beim vorangegangenen Streik setzt die Bahn auch dieses Mal auf einen Notfahrplan mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten. Im Regionalverkehr wird es in jedem Fall zu massiven Einschränkungen kommen, teilt die Bahn mit. Die Landkreise Rosenheim und Mühldorf sind davon nur teilweise betroffen.
„Wir sind nur indirekt betroffen“, sagt Sabine Floßmann, Sprecherin der Bayerischen Regiobahn (BRB): „Bei uns sind nur sehr wenige in der GDL.“ Die BRB fährt unter anderem auf der Strecke zwischen Salzburg, Rosenheim und München sowie auf der Strecke von Rosenheim nach Kufstein. In den vorangegangenen Streiks konnten die Züge dort wie geplant fahren, „und davon gehen wir auch dieses Mal wieder aus“, sagt die Sprecherin. Dennoch kann Floßmann nicht ausschließen, dass auch Züge der BRB im Chiemgau ausfallen. „Das hängt davon ab, ob die Fahrdienstleiter der DB streiken.“
Ein Fahrdienstleiter steuert und koordiniert die Zugstrecke. Ohne den Fahrdienstleiter ist die Stecke nicht befahrbar. Die Sprecherin rät den Reisenden deshalb, sich mindestens drei Stunden vor der Abfahrt noch mal über die Verbindung zu informieren. Auf der Website des Unternehmens gibt es dafür einen Newsletter zu den individuellen Strecken.
Die Südostbayernbahn in Mühldorf reagiert auf den neuen Streik wie auf die in den vergangenen Wochen. Nach Angaben von Geschäftsführer Matthias Krause will das Unternehmen auf der Pendlerstrecke nach München einen Stundentakt anbieten. Damit fielen dort nur die sogenannten Verstärkerzüge aus, die an normalen Tagen die Frequenz auf dem wichtigsten Abschnitt des heimischen Bahnnetzes erhöhen. Auf den anderen Strecken soll ein Zweistundentakt eingehalten werden. Krause weist aber darauf hin, dass vor allem streikbereite Fahrdienstleiter diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Sobald einer von ihnen streikt, könnten ganze Strecken abgemeldet sein. Bei den vergangenen Ausständen gingen die Pläne der SOB weitgehend auf.Markus Honervogt