Traunstein/Landkreis – Asylbewerber im Landkreis Traunstein werden mit ihrem Geld bald nicht mehr machen können, was sie wollen. Ab März bekommen sie ihre Leistungen nur noch digital über eine Bezahlkarte ausgezahlt, Bargeld wird ihnen so gut wie keines mehr zur Verfügung stehen. „Die Bezahlkarte soll verhindern, dass Leistungen von Asylbewerbern ins Ausland transferiert und somit falsche Anreize zur Migration geschaffen werden“, so Landrat Siegfried Walch (CSU) gegenüber unserer Zeitung.
Traunstein ist damit eine von vier Modellkommunen in Bayern, die das Konzept umsetzen. Auch die Landkreise Fürstenfeldbruck, Straubing und Günzburg gehören dazu. Und Bayern wiederum ist beim „Bargeldverbot“ für Asylbewerber Vorreiter in Deutschland. Auch ohne das bayernweite Modellprojekt habe der Landkreis Traunstein das Projekt jetzt auf eigene Faust umgesetzt, heißt es aus dem Landratsamt. Überweisungen, egal ob innerhalb Deutschlands oder ins Ausland, werden damit unmöglich. Das gleiche gilt für Online-Einkäufe oder die Nutzung von Geldtransferdiensten. An Bargeld sollen nur noch 50 Euro abgehoben werden können, die genaue Höhe hat der Freistaat noch nicht festgelegt.
Ein weiterer Vorteil sei, dass das Geld im Verfügungsbereich des Landratsamtes bleibt – dies sei bei Verlust oder Untertauchen von erheblicher Bedeutung. Xaver Eichstätter