Kreischende Geräusche und fliegende Späne kennzeichneten die Motorsägenprüfung.Foto Stache
Ostermünchen – 34 Landwirtschaftslehrlinge aus Ausbildungsbetrieben der Region bewiesen beim Regionalentscheid des Forstlichen Wettbewerbs ihr forstliches Können und ihr Fachwissen.
Der Wettbewerb fand auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Alois Kalteis in Ostermünchen statt. Die Prüflinge wagten sich an die schwere Aufgabe, der ein Schulungstag vorgeschaltet war. Unter den Auszubildenden auch in diesem Jahr wieder, erfreulicherweise, mehr als eine Handvoll Mädchen. „Der Trend ist steigend“, meinte hierzu Christian Tegethoff, Berater für Bildungsfragen in der Landwirtschaft im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Rosenheim. „Zuletzt befanden sich sogar zwei weibliche Auszubildende unter den ersten drei“, ergänzte er stolz.
Herrliches Frühlingswetter herrschte am Tag des Regionalentscheids, sehr zur Freude von „Ausrichter“ Alois Kalteis, Vorsitzender des Waldbesitzervereinigung Rosenheim. Beim Wettkampf selbst konnten die Auszubildenden an verschiedenen Stationen zeigen, was sie draufhaben: Der sichere Umgang mit der Motorsäge stand dabei im Mittelpunkt. „Inzwischen steht nicht mehr die Schnelligkeit im Fokus, sondern die Sicherheit“, betonte Michael Luckas, Leiter Abteilung Forsten im AELF. In Schutzkleidung schnitten die Auszubildenden höchst konzentriert die Baumstämme zu. Aufmerksam beobachtet von den Wettkampfleitern, 20 etwa an der Zahl an diesem Tag.
Gutes Augenmaß und exakte Beherrschung der Motorsäge waren hier vonnöten, jeder kleinste Fehler bedeutete schon einen Punkteabzug. Bei den scharfen Augen der vielen Wettkampfrichter blieb kaum eine Unkonzentriertheit unentdeckt,
Wenige Meter weiter war es auf einem weiten grünen Feld wieder ruhiger. In möglichst geraden Reihen mussten die Prüflinge unter anderem Pflanzen mit dem Hohlspaten setzen. Das präzise, wurzelschonende Pflanzen von zehn Bäumchen innerhalb einer begrenzten Zeit, war hier gefordert. Neben der Pflanzqualität wurde auch die Arbeitsleistung bewertet. Auf einer weiteren Station, die sich PSA (Persönliche Schutzausrüstung) nannte, wurde das Wissen um die richtige Fällung (Fallkerbsehne, Bruchstufe), Gehörschutz (Kapsel beschädigt) und die Sicherheitsausrüstung (Helmschale, Schnittschutzhose, fehlerhafte Reparatur) abgefragt.
Am Ende entschied die beste Synthese aus Präzision, Konzentration und Ausdauer bei der Handhabung der Motorsäge sowie das theoretische Wissen rund um den Wald. Bei der Siegerehrung gab es Dank für den Ausrichter aus Ostermünchen: „Wir sind froh, hier sein zu dürfen. Das ist ein idealer Ort“, meinte Michael Luckas. Ein Lob erhielten auch die Auszubildenden für ihre Leistungen. Josef Andres (Kreisobmann BBV) verwies auf die Sicherheit bei der Waldarbeit und motivierte die Teilnehmer, sich weiter fortzubilden.
Die drei Sieger Forstwerkzeuge (Forstaxt, Spalthammer, Fällheber). Platz eins: Vincent Wörndl, Platz zwei: Andreas Mayer, Platz drei: Sebastian Gasteiger, Platz vier und beste Frau: Maria Kainz.
Die drei Ersten nehmen auch am weitergehenden Wettbewerb auf oberbayerischer Ebene teil, vielleicht sogar beim Landesentscheid.
Werner Stache