Thiersee – Der Schneeberglift in Thiersee dürfte im kommenden Winter seine letzten Runden drehen. Die Bewilligung läuft aus und Pläne für einen 3,4-Millionen-Euro-Neubau scheitern nun offenbar.
Der 62 Jahre alte Schlepplift sollte ausgetauscht werden, ein Kinderland mit Zauberteppich, das vor allem Fahranfänger lockt, entstehen. Vom Land hatten die Projektwerber 1,5 Millionen Euro Fördermittel erwartet, die Gemeinde Thiersee hatte sich im Herbst bereit erklärt, 600000 Euro auf drei Jahre zu finanzieren, Sponsoren wollten 115000 Euro zuschießen, die Betreibergesellschaft hätte 600000 Euro übernommen und 600000 Euro – so der Plan – sollte der Tourismusverband Kufsteinerland (TVB) investieren. Dort intervenierte nun aber der Aufsichtsrat und sprach sich gegen die Beteiligung aus. Die Projektwerber sind verärgert und vermuten „alte, persönliche Befindlichkeiten und eine Missstimmung einzelner Funktionäre“ hätten zu der Entscheidung geführt.
Der TVB dementiert dies in einer Stellungnahme. Die Entscheidung sei demokratisch auf Basis mehrerer Aspekte getroffen worden. So unterstütze man nur Projekte mit „langfristiger Perspektive“ – die Schneesicherheit fehle angesichts des Klimawandels. Die drei Lifte befinden sich auf 800 bis 1250 Metern Seehöhe.
Man setze den Fokus auf eine ganzheitliche Entwicklung von Infrastruktur. „Wir sehen auch nach einer möglichen Schließung der Schneeberglifte ein ausreichendes Angebot für sanften Wintertourismus in der Region gesichert (…) da in einer Entfernung von rund zwei Kilometern bereits ein funktionierendes Skigebiet in der Gemeinde Thiersee vorhanden ist.“
Dieser Artikel erschien zuerst in der Tiroler Tageszeitung.
Jasmine Hrdina