Kampf gegen Langfinger: Codierung beugt Diebstahl von Fahrrädern vor

von Redaktion

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) bringt am Wochenende die „Eigentümer-Identifizierungs-Nummer“ an

Rosenheim/Prien – Laut Kriminalstatistik wechselten 2022 in Deutschland über 265000 Fahrräder unerlaubt den Besitzer. Die Aufklärungsquote von Fahrraddiebstählen beträgt unter zehn Prozent. Laut GDV stieg die Schadenshöhe bei versicherten Rädern in fünf Jahren von durchschnittlich 590 auf 970 Euro pro Rad.

Die Fahrradcodierung gilt als einfache und wirksame Alternative zur Rahmennummer. Bei der Codierung wird an eine gut sichtbare Stelle, typischerweise auf der rechten Seite des Sattelrohrs, die eindeutige „Eigentümer-Identifizierungs-Nummer“ angebracht. Sie besteht aus dem Autokennzeichen der Gemeinde und Kennzahlen für Gemeinde und Straße sowie Hausnummer und Initialen des Eigentümers. Die Rahmennummer allein weist leider kein Abschreckungspotenzial auf, weil sie Eigentümer und Rad nicht in Verbindung setzt. Sie sollte trotzdem nach Möglichkeit dokumentiert werden, zum Beispiel auf dem Kaufvertrag oder in der App „Fahrradpass“, weil die Polizei bei Diebstählen nach diesem Merkmal fragt. Die Codierung soll möglichst gut sichtbar permanent am Fahrrad eingebracht sein.

Dafür stehen drei Verfahren zur Verfügung. Bei der Gravur wird der Code etwa 0,1 bis 0,2 Millimeter in das Rahmenmetall graviert. Um Korrosion zu verhindern, wird die Gravur mit einer Wachsschicht abgedeckt und mit einem Aufkleber mit Sichtfenster überklebt. Die Prägecodierung erfolgt durch eine Schlagnadel, die eine aus Punkten bestehende Zeichenfolge in das Metall des Fahrradrahmens prägt. Auch hier helfen Wachsschicht und Aufkleber gegen Korrosion. Die Klebecodierung erfolgt bei Rahmen aus Carbon-, Bambus- oder Holzrahmen, ebenso bei absoluten Leichtbaurädern mit dünnwandigen Rohren oder verchromten Gegenständen. Sie ist nur mit erheblichem Aufwand zu entfernen, jedoch nicht so dauerhaft wie eine Gravur oder Klebecodierung.

Der Kreisverband Rosenheim des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kann ab sofort Prägecodierungen anbieten. Im Kreis Rosenheim finden Codierungen ohne Anmeldung am Samstag, 27. April, am Salzstadel Rosenheim von 10 bis zwölf Uhr sowie am Sonntag, 28. April, von 10 bis 14 Uhr am Priener Sportplatz statt. Weitere Termine sind am Dienstag, 30. April, von 10 bis 14 Uhr an der TH Rosenheim sowie am Sonntag, 19. Mai, von 11 bis 18 Uhr beim Mittfastenmarkt in Prien.

Zu den Terminen sind – neben dem Rad – ein Ausweis und ein Eigentumsnachweis, wie ein Kaufvertrag, mitzubringen. Die Kosten belaufen sich für Nicht-Mitglieder auf 15, für ADFC-Mitglieder auf acht Euro. Bei Eintritt in den ADFC ist die Kennzeichnung kostenfrei.

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