Ramerberg – „Ich drehe durch“, sagt Hans-Peter, „Jesse“ Kleiner. Seit fast fünf Monaten kämpft der Ramerberger mit der Telekom. Denn Mitte Dezember riss das Telefonkabel ab, das sein Haus, das seiner Mutter und die beiden direkten Nachbarn versorgt. Seitdem versucht Kleiner verzweifelt, Hilfe zu finden. Bei der Telekom, der Bundesnetzagentur, dem Betreiber Chiemgau DSL. Die Antworten: Mehr als dürftig.
Das Unglück passierte wohl am 10. Dezember bei Holzarbeiten. Genau kann Kleiner es nicht sagen. Er habe erst nach einigen Tagen ohne Internet und Telefon festgestellt, dass das Kabel abgerissen sei. In seiner Siedlung ist Kleiner einer der wenigen, die noch mit oberirdischen Kabeln versorgt werden. „Die meisten Leitungen sind unter der Erde“, sagt Kleiner. Bisher habe es aber keine Probleme mit dem oberirdischen Anschluss gegeben – bis jetzt. Seit viereinhalb Monaten versucht Kleiner nun, das Kabel reparieren zu lassen. Immer wieder sei er vertröstet worden, der Termin verschoben worden. Viermal seien sogar Telekom-Mitarbeiter gekommen, nur um anschließend wieder unverrichteter Dinge zu fahren. „Ich weiß nicht mehr, an wen ich mich wenden soll. Es ist zum Verzweifeln“, sagt Kleiner. Das größte Problem: Das Haus von Kleiners Mutter. Die 95-Jährige lebe alleine dort, erzählt er. Ohne Telefon sei sie von der Außenwelt abgeschnitten und auch von jeglicher Hilfe, sollte sie nötig sein. „Wenn was ist, ruft sie mich an“, sagt Kleiner. „Sie braucht also dringend das Telefon.“
In seiner Verzweiflung hat Kleiner inzwischen das Kabel provisorisch selbst repariert, mithilfe von befreundeten Handwerkern. Internet und Telefon funktionieren also wieder, aber nur dank der schnellen Hilfe der Freunde. Eine Dauerlösung könne es nicht sein, sagt Kleiner. Außerdem seien die provisorischen Halter für das Telefonkabel am Zaun des Nachbarn festgemacht. Auch das könne auf Dauer nicht bleiben. „Der Nachbar möchte einen neuen Zaun bauen, das geht im Moment nicht, weil unser Kabel dort hängt.“
„Seit Jahrzehnten
bin ich Kunde –
und nichts passiert“
Für Kleiner ist das Verhalten der Telekom „unvorstellbar.“ „Das kann es doch nicht sein, dass ich seit Jahrzehnten Kunde bei ihnen bin und nichts passiert“, sagt er. Dass die Reparatur mal einige Tage dauern könne, sei in Ordnung. Insbesondere, da wegen des Schneewochenendes Anfang Dezember die Telekom überlastet gewesen sei. „Aber jetzt haben wir Anfang Mai. Das kann es nicht sein“, schimpft er.
Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen erklärt die Telekom, dass eine „finale Instandsetzung“ mit „Nachdruck“ in Auftrag gegeben worden sei. Die Frage nach den Gründen, warum die Reparatur so lange dauert, ließ das Unternehmen unbeantwortet.