Flüchtlinge bei Urschalling ausgesetzt

von Redaktion

Suche nach zwei Migranten mit Streifen und Hubschrauber

Prien/Rosenheim – Am Samstag hat die Polizei im Gemeindebereich Prien mehrere syrische Migranten in Gewahrsam genommen. Die Gruppe wurde offenbar von einem Schleuser nach Deutschland gebracht und abgesetzt. Den Angaben zufolge mussten zwei Syrer die mehrstündige Fahrt mangels verfügbarer Sitzplätze durchgängig im Kofferraum verbringen. Von zwei der insgesamt sechs Geschleusten fehlt trotz längerer Suche der Bundespolizei mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber jede Spur.

Von zwei Männern
fehlt jede Spur

Einem Zeugenhinweis entsprechend trafen Polizeibeamte bei Urschalling nahe Prien auf zwei Männer, 19 und 29 Jahre, eine 29-jährige Frau sowie einen 16-jährigen Jugendlichen. Keiner von ihnen verfügte über die erforderlichen Einreisepapiere. Im Rahmen einer ersten Befragung stellte sich heraus, dass die Gruppe ursprünglich aus sechs Personen bestanden hatte. Die Fahndung der verständigten Rosenheimer Bundespolizei mittels Streifenwagen und Polizeihubschrauber im Umfeld verlief ohne weitere Erkenntnisse. Die Ermittler schließen nicht aus, dass die beiden fehlenden Männer, die sich unmittelbar nach der Absetzung vom Haltepunkt Urschalling entfernt haben sollen, absprachegemäß von einem weiteren Schleuser mitgenommen worden sind.

Laut der zuständigen Bundespolizeiinspektion in Rosenheim gleicht der Fall einer Absetzung, die knapp eine Woche zuvor in derselben Gegend vorgefallen war. Auch bei der am Samstagvormittag angetroffenen Gruppe handelt es sich um geschleuste Syrer, die von Slowenien aus mitgenommen worden sein dürften. Die gesamte Schleusung, für die die Migranten bis zu 7000 Euro pro Person bezahlt haben sollen, ist offenkundig von einer Schlepperorganisation im Hintergrund geplant und etappenweise durchgeführt worden.

Zwei Migranten
im Kofferraum

Um möglichst viele Personen schleusen zu können, schreckte der Fahrer nicht davor zurück, zwei Migranten ungesichert im Kofferraum zu befördern. Die Bundespolizei ermittelt wegen Einschleusens von Ausländern unter lebensgefährdenden Bedingungen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die erwachsenen Syrer, die um Schutz in Deutschland nachgesucht hatten, einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet. Der Minderjährige wurde der Obhut des Jugendamts anvertraut.

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