Schechen – Eine Lokführerin steht unter Schock. Ihr Arbeitgeber kümmert sich um sie. Ein schwer verletzter Radfahrer. Die Polizei ermittelt gegen ihn. Warum er am Montag gegen 13.30 Uhr den geschlossenen Bahnübergang nahe Deutelhausen queren wollte? Bisher gibt es nur Vermutungen.
Der Mann wollte, laut Polizei, die Bahngleise trotz geschlossener Schranke überqueren. Die Lok erfasste den Vorderreifen des Radfahrers, der 56-Jährige stürzte und erlitt schwere Verletzungen. Das werden für ihn voraussichtlich nicht die einzigen Folgen bleiben. Gegen den Radfahrer wird laut Maurer wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt. Laut Strafgesetzbuch §315a, erläutert Maurer, ist zwischen der Zahlung einer Geldstrafe und fünf Jahren Freiheitsstrafe alles möglich. Die 55-jährige Lokführerin erlitt bei dem Vorfall einen Schock, ein Wechsel des Triebwagenführers wurde organisiert, wie in einem solchen Fall immer, so die Pressestelle der Bahn. Die Frauen und Männer im Führerhaus werden bei Personenunfällen ausnahmslos abgelöst und nach Hause begleitet. Sie bleiben so lange außer Dienst, bis die Belastungsreaktionen bei ihnen abgeklungen sind. Bei den ersten Fahrten nach dem Wiedereintritt in den Dienst hat der oder die Betroffene zudem die Möglichkeit, sich von einer Vertrauensperson oder einem Psychologen beraten zu lassen.
Die Bahn nehme ihre Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden sehr ernst, so die Pressestelle.