Rosenheim – Die CSU bei fast 72 Prozent, die SPD die zweitstärkste Kraft und noch keine AfD am Start, dafür die Republikaner – ja, das ist alles noch gar nicht so lange her. Ein kurzer Blick auf die Europawahlen der Jahre 1999, 2004, 2009 und 2014 (alle Ergebnisse beziehen sich auf den Kreis Rosenheim).
Europawahl 1999: Mehr als sieben von zehn Wählern machen ihr Kreuz bei der CSU. Mit einem Löwenanteil von 71,8 Prozent hängen die Christsozialen den Rest ab. Die SPD holt immerhin noch 13,5 Prozent, es folgen die Grünen (5,6) und die Republikaner (2,8) bei einer Wahlbeteiligung von 45,8 Prozent.
Europawahl 2004: Da kommt die CSU im Landkreis Rosenheim immer noch auf satte 62 Prozent – allerdings bei einer Wahlbeteiligung von kläglichen 42,1 Prozent. Die Grünen sichern sich mit 11,2 Prozent erstmals Platz zwei – knapp vor der SPD mit 10,3 Prozent. Es folgen: die FDP mit 3,8 Prozent, Republikaner mit 3,3 Prozent und die ÖDP mit 3,1 Prozent.
Europawahl 2009: Mit 53,4 Prozent sichert sich die CSU immer noch die absolute Mehrheit im Kreis Rosenheim, dafür rutscht die SPD mit 8,0 Prozent auf den vierten Platz ab – hinter Grünen (11,5) und FDP (8,5). Es folgen die erstmals angetretenen Freien Wähler (4,8) vor der ÖDP (3,1) und den Republikanern (2,2). Die Wahlbeteiligung (45,9) liegt erneut unter 50 Prozent.
Europawahl 2014: Der 25. Mai 2014 ist ein sehr guter Tag für die Rosenheimer SPD-Kandidatin Maria Noichl und die Sozialdemokraten. Noichl schafft den Sprung ins Europaparlament und die SPD holt sich im Landkreis Rosenheim mit 14,1 Prozent (in der Stadt Rosenheim sind es sogar 16,8 Prozent) wieder den zweiten Platz zurück – hinter der CSU, die nur noch auf 43 Prozent kommt. Die Wahlbeteiligung liegt allerdings wie 2004 bei schwachen 42,1 Prozent. Die Grünen werden mit 12,7 Prozent dritter Sieger – vor den Freien Wählern, der ÖDP und Bayernpartei mit jeweils 3,7 Prozent.