„Swifties“ zeigen Verständnis

von Redaktion

Die Trauer unter den „Swifties“ ist groß: Wegen Terrorgefahr mussten die drei Konzerte des Megastars Taylor Swift im Ernst-Happel-Stadion am Wiener Prater abgesagt werden. Nachholtermine wird es offenbar nicht geben.

Rosenheim/Wien – So richtig fassen, kann es Stefanie von Maikowski noch immer nicht. „Es war ein krasser Schock“, sagt die Rosenheimerin. Am Mittwoch um 22.21 Uhr habe sie zum ersten Mal davon gehört, dass die Taylor-Swift-Konzerte abgesagt wurden. Glauben wollte sie es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass so etwas passiert“, sagt sie am Telefon.

Geplante Anschläge
in Wien

Einige Minuten später dann die traurige Gewissheit: Taylor Swift wird nicht im Ernst-Happel-Stadion am Rande des Wiener Praters auftreten. Der Grund: „abstrakte Terrorgefahr“. So hatte es die Polizei mitgeteilt. Es habe Hinweise auf möglicherweise geplante Anschläge in der österreichischen Hauptstadt gegeben, mit Fokus auf die Taylor-Swift-Konzerte, die am Donnerstag, Freitag und Samstag hätten stattfinden sollen.

„Das Auto war bereits gepackt, wir wären Donnerstagvormittag losgefahren“, sagt von Maikowski. Jetzt hat sie die komplette Reise storniert. „Wegen einer Nacht fahren wir nicht nach Wien. Zumal die Terrorgefahr trotzdem noch da ist“, sagt sie.

Nachvollziehen kann sie die Entscheidung des Veranstalters trotz allem. „Ich möchte nicht Opfer eines Terroranschlags sein. Sterben im Ernst-Happel-Stadion stand nicht auf dem Plan“, sagt die Rosenheimerin. Jetzt muss sie erst einmal den Schock verdauen. „Bei mir ist kein finanzieller Verlust entstanden, aber es schmerzt, dass ich das Konzert nicht erleben darf“, sagt sie. Zumal die Chance, noch einmal Tickets für ein Taylor-Swift-Konzert zu ergattern, verschwindend gering ist.

Das weiß auch Frauke Grüber aus Tuntenhausen. Durch Zufall hat sie eine Woche vor dem Taylor-Swift-Konzert in Wien noch ein Ticket bekommen. Sie hat Freundschaftsarmbänder gebastelt, die Lieder hoch und runter gehört. „Ich war schon deprimiert, als ich davon erfahren habe. Aber die Sicherheit geht nun einmal vor“, sagt sie am Telefon. Trotz allem hätte sie sich gewünscht, dass sich auch Taylor Swift selbst zu den Absagen äußert.

Auf dem Weg nach Wien ist Frauke Grüber trotz allem. Auch, weil sie ein Hotel gebucht hat, das sich nicht stornieren lässt. Denn während die Kosten für die Tickets innerhalb der nächsten zehn Werktage automatisch erstattet werden sollen, bleiben zahlreiche Fans auf ihren Reisekosten sitzen.

Das bestätigt auch eine Rosenheimerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Sie ist bereits seit ein paar Tagen in Wien, fiebere seit über einem Jahr auf das Konzert hin. „Ich bin sehr traurig. Im Moment fühlt es sich noch sehr surreal an“, sagt sie.

Bereits am Mittwochnachmittag (7. August) hätten sie von Freunden erfahren, dass in Wien eine Razzia stattgefunden hat. Mehr habe sie sich allerdings nicht dabei gedacht. „Wir sind einfach davon ausgegangen, dass die Sicherheitsvorkehrungen beim Einlass erhöht werden“, sagt sie. Dass alle drei Konzerte abgesagt werden, damit habe auch sie nicht gerechnet. „Aber die Sicherheit geht vor“, sagt sie. Und auch, wenn sie Taylor Swift am Donnerstag nicht sehen wird, will sie versuchen, das Beste aus ihrem Ausflug zu machen.

Nicht ganz so optimistisch zeigt sich eine junge Frau aus Wasserburg. „Ich bin so unglaublich sauer auf die Männer, die diesen Terrorangriff geplant haben“, sagt sie. Das Taylor-Swift-Konzert in Wien hätte der Höhepunkt ihres Sommers werden sollen. Zwar könne sie die Entscheidung des Veranstalters nachvollziehen, trotzdem habe sie die Nachricht über die Absage erst einmal aus der Bahn geworfen. „Ich habe geweint, als ich die Information erhalten habe“, sagt sie. Noch gut erinnert sie sich daran, was für ein Kampf es gewesen war, überhaupt an die Tickets zu kommen.

Freundschaftbänder
und Outfit gebastelt

Sie habe um die 40 Freundschaftsarmbänder gebastelt, arbeite seit Februar an ihrem Outfit. „Das ist jetzt alles für die Katz und das Geld, das ich dafür ausgegeben habe, bekomme ich auch nicht wieder“, sagt sie. Auch auf den Kosten für ihre Unterkunft in Wien werde sie wohl oder übel sitzen bleiben.

„Ich habe jetzt entschieden, nicht nach Wien zu fahren, weil ich viel zu frustriert und enttäuscht bin, um das Wochenende zu genießen.“

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