Wenn 18 wild entschlossene Nußdorfer Goaßlschnalzer im Festzelt auf die Tische steigen und zur Marschmusik im Rhythmus knallen, dann geht der Wiesnigel Ignaz lieber in Deckung. Einmal ist er ja auf der Wiesn schon abgeschossen worden, an der Torwand in Zettls Sportstudio. Doch den großen Blasmusikabend hat er nun ganz unbeschadet überstanden. Das Flötzinger-Festzelt – sonst zu späterer Stunde eher etwas für Schlager- und Popmusikfreunde – gehörte am Sonntag ganz den Trachtlern aus der Region. Vor 18 Jahren hatten Inngau-Ehrenvorstand Walter Weinzierl, Brauereifamilie Steegmüller und die Dreder Musi die Idee, echte bairische Folklore so richtig zum Zug kommen zu lassen. Seither ist das Spektakel nicht mehr wegzudenken. Tausende Trachtler waren 2024 wieder dabei. „Des gibt’s nirgends, do kriag i ja a Ganshaut“, schwärmte Roland Merk – und wenn das ein so erfahrener Mann wie der Kapellmeister von der Dreder Musi sagt, dann muss es wirklich etwas Besonderes sein. Erneut waren „olle, de wo an Hax auffe bringan“, wie es Walter Weinzierl gerne ankündigt, voller Begeisterung dabei. Es wurde geplattelt (links) und geschnalzt (rechts), was Handflächen, Schuhsohlen und Peitschen hergaben. Hie und da ging es auch drunter und drüber (Mitte). Dem Ignaz ist zugetragen worden, dass einige Ungeübte vom Trachtenverein „Alt Rosenheim“ und am Samerberg extra ein Trainingslager in Form eines Plattlerlehrgangs absolviert haben, um beim Großereignis eine kesse Sohle aufs Zeltparkett zu legen. Fotos Ruprecht, stuffer