Eine Geschichte der Indianer erzählt von einem alten Häuptling, der schweigend vor seinem Zelt sitzt. Sein Enkel beobachtet ihn lange. Irgendwann wagt er, seinen Großvater zu fragen, was ihn denn bewege. Der Häuptling: „In meiner Brust wohnen zwei Wölfe. Einer ist der Wolf der Dunkelheit, der Angst, des Neids und der Verzweiflung. Der andere ist der Wolf des Lichtes, der Versöhnung, der Lebensfreude und der Liebe. Diese beiden Wölfe kämpfen miteinander.“ Da fragt der Enkel: „Und welcher wird gewinnen?“ Der alte Indianer antwortet: „Der, den ich füttere.“ Tatsächlich bin ich der Meinung, dass jeder von uns die beiden „Wölfe“ nur zu gut kennt, die in uns wohnen. Dabei habe ich jeden Tag neu die Möglichkeit, zumindest für mich persönlich zu entscheiden, welchen „Wolf“ ich füttere. Das heißt, welcher Grundhaltung in meinem Leben ich neue Nahrung gebe. Es nutzt natürlich nichts, vorhandene Probleme und Sorgen zu verdrängen und damit blind beiseitezuschieben. Wenn wir einen Tag aber bewusst positiv programmieren, wird er einen ganz anderen Verlauf nehmen. Das Gleiche gilt auch in unserem Miteinander und in der Erziehung unserer Kinder.
Das neue Schuljahr hat begonnen. Die Lehrpläne mit den vielen zu vermittelnden Inhalten müssen sicher eingehalten werden, auch im Interesse des Bildungsniveaus der nachfolgenden Generationen. Dazwischen bleibt aber immer noch viel Raum zuallererst für Eltern und Großeltern, dann auch für die Erzieher- und Lehrberufe, den „hellen Wolf“ zu füttern. Eines ist klar, wenn wir unsere Kinder nicht positiv, aus einem Grundvertrauen in das Leben und in der Liebe prägen, macht es jemand oder etwas anderes!