Bad Feilnbach – Gut besucht war die traditionelle vorweihnachtliche Feier der Bezirksgruppe Oberbayern-Rosenheim des BBSB (Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund) im Saal des Gasthofs „Weingast“ in Kematen. Die Selbsthilfeorganisation umfasst den Stadt- und Landkreis Rosenheim und die Landkreise Miesbach, Traunstein, Altötting, Berchtesgadener Land und Mühldorf. Bezirksgruppenleiterin Brigitte Lindmeier hieß die Mitglieder und Angehörigen sowie Gäste aus Politik (darunter MdL Sepp Lausch und die stellvertretende Miesbacher Landrätin Ulrike Küster) und sozialen Institutionen willkommen. „Wir leben in einer Zeit, die nicht ganz einfach ist. In dieser Zeit sind Rituale Ankerpunkte, durch die man sich stützt, und das gilt ganz besonders für den BBSB“, unterstrich Landrat Otto Lederer in seiner Ansprache und führte weiter aus: „Ehrenamt und Hauptamt arbeiten hier sehr gut zusammen. Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle Ehren- und Hauptamtlichen, die andere Menschen unterstützen und ihnen Tipps geben.“ Bad Feilnbachs Bürgermeister Max Singer freute sich, dass der Ortsteil Kematen „Mittelpunkt des BBSB“ ist. „Schön, dass es einen Verband gibt, der die Blinden und Sehbehinderten an die Hand nimmt“, würdigte er. „Der gesellschaftliche Wandel stellt auch den BBSB vor Herausforderungen“, erklärte Peter Bleymaier vom BBSB-Landesvorstand. Ein Drittel der Mitglieder sei 80 Jahre und älter. „Wir müssen dafür sorgen, dass ältere sehbehinderte Menschen möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Wir haben dazu eine Arbeitsgruppe für Assistenzdienste eingesetzt“, hob er hervor. Für die bevorstehende Bundestagswahl kündigte er an, dass für Sehbehinderte und Blinde Wahlschablonen zur Verfügung stehen. Bei der Versammlung stellte sich auch der neue Regionalstellenleiter des „Zentrums Bayern Familie und Soziales“ (ZBFS), Hendrik Maler, vor. In ihrem Jahresrückblick stellte Brigitte Lindmeier fest: „Wir konnten wieder vielen blinden und sehbehinderten Menschen helfen, dass sie wieder, soweit wie möglich, selbstständig und selbstbestimmt am Leben teilnehmen können. Dazu braucht man natürlich engagierte und kompetente Mitarbeitende und ich finde, dass heute der passende Zeitpunkt ist, um all unseren ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern von Herzen ,Danke‘ zu sagen“. Sie haben Betroffene und Angehörige beraten, in den letzten elf Monaten 69 Schulbesuche absolviert und Stammtische und Infostände in den verschiedenen Landkreisen organisiert. „Sie leisten alle unbezahlbare Dienste an unseren sehbehinderten und blinden Mitmenschen sowie bei den Angehörigen“, lobte sie und fügte hinzu: „Hierbei dürfen wir das Wichtigste nicht vergessen: Unsere Begleitpersonen. Ohne sie wäre dies alles nicht möglich, deshalb möchte ich mich auch bei allen Begleiterinnen und Begleitern recht herzlich bedanken. All diese Menschen opfern einen großen Teil ihrer Freizeit und ich hoffe, Sie bleiben weiterhin so motiviert wie bisher.“ Die Vorsitzende teilte am Ende mit, dass sie bei den 2025 anstehenden Neuwahlen nicht mehr als Bezirksgruppenleiterin kandidieren wird. Sie bedankte sich bei allen Spendern sowie bei den öffentlichen Institutionen, Einrichtungen und Stiftungen für die Unterstützung: „Ohne sie wäre unsere Arbeit im bisherigen Umfang nicht möglich.“ Außerdem ehrte sie Franziska Trainer, Marion Vetter, Judith Neidhardt, Sabine Pia und Rolf Böttcher (alle hauptamtlich) und Heidi Schulze (ehrenamtlich) für ihren herausragenden Einsatz mit einem Präsent. Den besinnlichen Teil der Veranstaltung gestalteten der „Kolbermoorer Mannergsang“ unter der Leitung von Peter Mayer und die „Eabachmusi“. Helmut Hoch (vormals Direktor der Realschule Bruckmühl) erfreute mit Geschichten und erhielt kräftigen Beifall. Johann Baumann