Gottesdienst, Gstanzl und Neuaufnahmen

von Redaktion

62. Hochzeitsladertreffen in Tattenhausen – Bedeutend für Brauchtums- und Glaubenspflege

Rosenheim – Heiraten mit Freunden, die Festtagsgestaltung mit einem eigenen Hochzeitslader und Hochzeiten in Verbindung mit einem Gottesdienst sollen in Bayern auch fortan Zukunft haben. Dies war die klare Übereinstimmung von Worten und Taten beim 62. Hochzeitsladertreffen, das heuer von Landtagsabgeordnetem Sepp Lausch in seinem heimatlichen Tattenhausen in der Gemeinde Großkarolinenfeld im Landkreis Rosenheim ausgerichtet wurde. Insgesamt 92 Teilnehmer waren gekommen, von ihnen waren neun junge Nachwuchs-Progoder, die sich selbst mit Witz und Gesang vorstellten, um in die Gemeinschaft der Hochzeitslader aufgenommen zu werden.

Weißwürste und
Willkommensgrüße

So einstimmig wie alle neun Neuaufnahmen im Stüberl vom Gasthaus „Zum Bräu“ waren, so stimmig waren auch die Abläufe der alljährlich am zweiten Adventssonntag stattfindenden Tradition. Den morgendlichen Weißwürsten und den Willkommensgrüßen durch die Gastgeber folgte der Gottesdienst in der Kirche „Heilig Kreuz“ gleich neben dem Wirtshaus. Zu Beginn des Gottesdienstes zeigte sich Pfarrer Herbert Aneder hoch erfreut über das volle Gotteshaus mit vielen kräftigen Männerstimmen und sagte: „Aufrecht und in Ehrfurcht begleite ich schon viele Jahre die Hochzeiten und es fällt mir auf, dass manchmal durch sogenannte Wedding-Planer gute Bräuche abhanden kommen. Halten wir auch fortan den Gottesdienst als zentralen Bestandteil eines Hochzeitsfeiertages als Herzenssache in Ehren und danken wir Gott dafür, das er uns auf dem Weg des Lebens führt.“ In seiner Predigt ging Pfarrer Aneder auf den heiligen Johannes ein, der als Patron der Hochzeitslader den Menschen die Herzen für die Ankunft Christi öffnen möge, und ergänzte: „Als Hochzeitslader seid ihr wie Johannes ein Rufer in der Wüste, macht wie der Heilige das Krumme eben und das Unebene sanft und begleitet den Weg des Heilands, der nicht über Macht-Zentralen, sondern direkt in die Herzen der Menschen führt. Jeder Einzelne kann für eine bessere Welt seinen Beitrag leisten, also folgen wir dem Ruf Gottes.“ Der Hochzeitslader-Fröhlichkeit zugewandt witzelte er noch: „Ihr singt Bass, ich singe besser!“ Ein verdientes Lob für die musikalische Gestaltung sprach in der Kirche Sepp Lausch den Ostermünchner Sängern und der Musik „Huaba Blech“ aus.

Heitere
Zwischenrufe

Ehe es zur weltlichen Feier kam, erfolgten das obligatorische Gruppenfoto beim Feuerwehrhaus und der Festzug zum Wirtshaus. Dort übergab Hochzeitslader Fritz Dräxl vom Samerberg als vorjähriger Ausrichter das Versammlungsglöckerl an Sepp Lausch. Dieser und Christian Glas als Chronist der Hochzeitslader hießen alsdann im oberbayerischen Unterland in ihren Zunftreihen Landrat Toni Speer aus dem Unterammergauerland, Landtagsabgeordneten Sebastian Friesinger aus dem Rosenheimer Land, Marianne Heidenthaler vom Sachgebiet „Mundart-Brauchtum-Laienspiel“ des Bayerischen Trachtenverbandes sowie Gauvorstand Michael Hauser vom Gauverband I besonders willkommen. Rosenheims Landrat Otto Lederer freute sich als Ehrengast über das gesellige Dabeisein und sagte: „Euer Zuwachs macht Zuversicht, Hochzeiten mit Gottesdienst fördern die Dorfgemeinschaft und sind wichtig für die Brauchtums- und Glaubenspflege.“ Immer wieder von heiteren Zwischenrufen bereichert fanden die Neuvorstellungen, die Chronik, die Anwesenheitsüberprüfung und die Vergabe für das nächste Hochzeitsladertreffen Gefallen. Dieses findet dann wieder rechts vom Inn am zweiten Adventssonntag beim Hochzeitsladerkollegen Hans Breitwieser in Reit im Winkl im Landkreis Traunstein statt. Für das Folgejahr 2026 hat es bereits eine Voranfrage aus Eichstätt bei Ingolstadt gegeben. Schier endlos verlief das Gstanzlsingen, immer wieder gab es für den Vor-Sänger eines drauf, ehe das zünftige Treffen mit dem Singen der Bayernhymne und mit einem Dank an die Ausrichterfamilie Regina und Sepp Lausch mit Weisen der Huaba-Blech ausklang. Mit Katharina Kainzmaier aus Unterneukirchen bei Altötting war die Frauenquote bei der 62. Hochzeitsladerzusammenkunft relativ gering. Ihr galten besondere Willkommensgrüße. Seit zehn Jahren ist die schlagfertige Frau auf den Spuren ihres Vaters Sepp Kainzmaier und mit sichtbarer Freude unterwegs und mit ihrem Progoder-Stecken fühlt sie sich in der Fast-Männer-Welt richtig wohl. Anton Hötzelsperger

Von Miesbach bis Nußdorf

Artikel 1 von 11