Ates Gürpinar, 40 Jahre; Wohnort: München; Familienstand: ledig; Beruf: Mitglied des Bundestags; Hobby: Triathlon.
Seit ich mich politisch engagiere, kämpfe ich für eine gerechtere Gesellschaft. Die Gesellschaft ist so unglaublich reich. Ich finde mich nicht damit ab, dass Menschen in diesem reichen Land in Armut leben, dass sie im Alter auf Flaschensammeln angewiesen sind, um über die Runden zu kommen, und dass Kinder ärmerer Eltern statistisch rund zehn Jahre weniger Lebenszeit haben. Das macht mich wütend.
Andererseits haben Menschen so viel Geld angehäuft, teils ohne selbst je gearbeitet zu haben. Sie haben reich geerbt, streichen leistungslos Dividenden ein, haben Geld in Steueroasen geparkt. Das macht die Gesellschaft ungerecht.
Weil der Reichtum nicht angetastet wird, bleibt die öffentliche Daseinsvorsorge auf der Strecke: Arzttermine werden zur Mangelware, Wohnraum wird immer teurer, Lehrkräfte gibt es zu wenig, der öffentliche Nahverkehr fährt zu selten, die Bahn ist andauernd zu spät. Der Klimawandel scheint nicht mehr aufhaltbar zu sein, weil Investitionen in ein nachhaltiges Wirtschaften schlicht nicht stattfinden. Anstatt umzusteuern, haben alle Regierungen jahrzehntelang das Spiel weitergespielt. Und in den letzten Jahren für diese verfehlte Politik Sündenböcke gesucht. Dafür wurden die Ärmsten – Erwerbslose, Geflüchtete – gefunden.
Das verfängt. Meine Aufgabe ist es, dieses Spiel zu stoppen, das im Parlament alle anderen Parteien mehr oder weniger schamlos mitspielen. Daher suchen wir als Linke Unterstützung bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich nicht untereinander ausspielen lassen wollen, sondern den Blick auf die wirklich Verantwortlichen richten.
Wir können und müssen für eine gerechte Verteilung des Reichtums sorgen, wir brauchen eine ausfinanzierte Daseinsvorsorge, die in diesem reichen Land möglich ist, wenn das Geld besser verteilt wird. Dafür kandidiere ich, dafür suchen wir Unterstützung – vor und nach der Wahl.