Unterwössen – Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler ist am frühen Samstagmorgen verstorben. Getrauert wird auch im Achental. Zuletzt lebte der Politiker in Unterwössen.
Horst Köhler starb im Alter von 81 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie in Berlin, wie das Büro Köhlers mitteilte. Seine Arbeit als Bundespräsident und seine entwicklungspolitischen Verdienste trugen ihm internationalen Respekt und Anerkennung ein. 2012 zogen die Eheleute Köhler – die beiden haben zwei erwachsene Kinder – auf den Unterwössner Bichlhof, um „daraus ein echtes Zuhause zu machen und Teil der Gemeinschaft in Unterwössen zu werden“, wie der Altbundespräsident damals gegenüber unserer Zeitung erklärte.
So ganz funktionierte die Idee des bayerischen Refugiums neben dem Berliner Wohnsitz nicht. Denn auch in diesen Jahren warteten viele Aufgaben auf Köhler. So arbeitete er für die UN und vertrat als Altbundespräsident seinen Nachfolger auf Afrika-Reisen. Dennoch war Köhler häufig im Dorf Unterwössen zu sehen, sei es beim Bad im See, in einer Fragestunde an der Unterwössner Schule oder beim Besuch eines Festzeltes im Achental.
Bundespräsident Walter Steinmeier kondolierte der Witwe Eva Luise Köhler: „Mit Horst Köhler verlieren wir einen sehr geschätzten und überaus beliebten Menschen, der Großes geleistet hat. Als Horst Köhler 2004 zum Bundespräsidenten gewählt wurde, war er einer größeren Öffentlichkeit nahezu unbekannt – und wie schnell hat er dann so viel Anerkennung und Sympathie erworben.“ Es seien vor allem seine Zugewandtheit, sein ansteckendes Lachen und sein Optimismus gewesen, die ihm viele Herzen gewinnen ließen. Auch das Achental fühlt mit der Familie. In Unterwössen sprach Pfarrer Martin Straßer am Sonntag im Gottesdienst ein Sterbegebet für den Verstorbenen. Wie die Gemeinde ihrem bekannten Mitbürger in den kommenden Tagen gedenken wird, darüber lagen am Sonntag noch keine Informationen vor. Ludwig Flug