Kolbermoor – Der Bauausschuss in Kolbermoor hat am Dienstagabend einstimmig den Bauantrag für eine Flüchtlingsunterkunft an der Rosenheimer Straße abgelehnt. Geplant war die Unterbringung von 212 Personen in zwei Gebäuden. Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo kritisierte die beengten Verhältnisse als „unmöglich“ und betonte, dass gesunde Wohnverhältnisse bei dieser Belegungsdichte nicht gegeben seien. „Ebenso sind soziale Spannungen, und damit verbundene, unzumutbare Störungen der Nachbarschaft, bereits vorprogrammiert, da die Bewohner der Anlage auf fremde Grundstücke ausweichen müssen, um die notwendigen Aufenthaltsflächen zu finden“, so Kloo.
„Menschenunwürdige“ Planung
Auch das Landratsamt Rosenheim wurde kritisiert, da die geplante Nutzung nicht geeignet sei, um eine Integration der Menschen zu ermöglichen. Weitere Ausschussmitglieder äußerten ähnliche Bedenken, teils mit noch härteren Worten. Nun liegt die Entscheidung, wie es mit der laut Kloo „menschenunwürdigen“ Planung weitergeht, bei der Aufsichtsbehörde, dem Landratsamt. Die Stadt Kolbermoor schloss rechtliche Schritte nicht aus, falls die Bedenken nicht berücksichtigt werden.
Zwei Baukörper mit 40 Metern Länge
Der Bauwerber, die Quartier Kolbermoor Projekt GmbH aus dem niederbayerischen Wörth an der Isar, plant auf dem gut 2100 Quadratmeter großen Areal den Bau zweier Baukörper mit jeweils einer Länge von fast 40 und einer Breite von rund 14 Metern, bei einer Höhe von rund neun Metern.