Rosenheim ehrt soziales Engagement

von Redaktion

Johanna Hell erhält Sozialpreis für jahrzehntelangen Einsatz als Dorfhelferin – Das Team besonders gewürdigt

Rosenheim – Seit frühester Kindheit, so berichtet Johanna Hell den Heimatzeitungen, sei eine Aufgabe als Dorfhelferin ihr Traumberuf gewesen. Folgerichtig schloss sie 1975 ihre Ausbildung zur „staatlich geprüften Dorfhelferin“ ab. Dabei blieb es allerdings nicht. Noch während ihres ersten Einsatzes im Raum Gars am Inn legte sie die Meisterinnenprüfung in der ländlichen Hauswirtschaft ab. Sie bemühte sich über Jahrzehnte um die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses im Bereich der Hauswirtschaft.

Dass sie nach ihrer Heirat Bäuerin auf dem Hof und Mutter von vier Kindern war, hinderte sie nicht, weiterhin mit hohem Aufwand das System der Dorfhelferinnen zu fördern und auszubauen. Seit 1993 betrieb sie ehrenamtlich über 20 Jahre die Dorfhelferinnen-Station in Bad Aibling,

1999 war sie Gründungsmitglied des Verbandes katholischer Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Bayern (KDBH), in dem sie 16 Jahre als Geschäftsführerin tätig war.

Selbst das Kreisjugendamt greift immer wieder auf die Unterstützung der Dorfhelferinnen zurück. Stets machte sie sich für die Fortschreibung und Verbesserung der Lehrpläne für Dorfhelferinnen und deren Weiterbildung stark. Dass diese selber in kritischen Situationen selbst auf Beratung und Begleitung zurückgreifen können, ist auf ihre Initiative hin möglich geworden.

Die vielfältigen Anforderungen machte auch Landrat Otto Lederer in seiner Begrüßung zum Thema. „Eine Schwangerschaft, Überlastung, Krankheit oder gar Tod können das Familienleben, aber auch Familienbetriebe ins Wanken bringen.“ An dieser Stelle wählte Lederer einen Vergleich. So wie Kletterer auf ihr Sicherungsseil vertrauen, sind die Dorfhelferinnen eine unabdingbare Stütze für Familien in Notlagen. „Sie sind da, um tatkräftig zu helfen, zu unterstützen und zu ermutigen, damit Familien die nötige Kraft für das nächste Stück des Weges aufbringen können.“

Darüber hinaus lobte der Landrat das Engagement und die Kompetenz, die Johanna Hell in vielen sozialen Gremien über Jahrzehnte einbrachte und so dazu beitrug, „dass unzählige Menschen in unserem Landkreis notwendige Unterstützung erhalten haben.“

Laudator Sebastian Friesinger beschrieb die Dorfhelferin „als Vertreterin der Hausfrau, der Mutter, der Bäuerin und der Unternehmerin, und das nicht nur auf Bauernhöfen, sondern auch in Privathaushalten.“ Friesinger wusste, dass für Johanna Hell Dorfhelferin der Traumberuf war. Trotz ihrer Verpflichtungen auf dem eigenen Hof „war sie immer die Anlaufstelle für hilfesuchende Familien“, sagte Friesinger. Aber auch für die Dorfhelferinnen selbst war und ist sie eine wichtige Ansprechpartnerin. „Die Auszeichnung mit dem Sozialpreis des Landkreises hat sie sich mehr als verdient, auch weil sie weitere Ehrenämter übernahm.“ Laudator Sebastian Friesinger nannte unter anderem ihre Tätigkeit als Gemeinderätin in Bruckmühl und ihr Engagement bei der katholischen Landvolkbewegung. Aktuell ist Johanna Hell noch bei der Caritas in Bad Aibling aktiv. Der Sozialpreis ist mit 5000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben. Der Landkreis Rosenheim ehrt damit beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich, insbesondere den herausragenden Einsatz auf dem Gebiet der Altenarbeit, der Behindertenarbeit und der Hilfe für die sozial Schwachen und Benachteiligten. Johanna Heller dankte für diese Auszeichnung, die sie aber nur stellvertretend für ihre vielen Kolleginnen und Kollegen entgegennehmen wollte.Theo Auer

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