Rosenheim – Ein eher ungewöhnliches Instrument für eine Abschlussfeier brachte jüngst stellvertretender Schulleiter Christian Melchner mit auf die Bühne in der Aula der Staatlichen Berufsschule 2 in Rosenheim: eine Maultrommel. Doch Melchner ging es nicht in erster Linie um die musikalische Umrahmung des anstehenden Festaktes, sondern um die Symbolik. Die machte er den Absolventen der Berufsschule dann in seiner Rede deutlich – begleitet von kurzen Stücken.
So entdeckten die jungen Leute nicht nur die beeindruckende Klangvielfalt der Maultrommel, sondern auch, warum dieses kleine Musikinstrument ein perfektes Sinnbild für ihre nun abgeschlossene Berufsausbildung ist.
Vielversprechende
Zukunft wartet
Doch vor der Musik wartete erst noch etwas Mathematik auf die Absolventen und ihre Gäste. Allerdings keine komplizierten Berechnungen, sondern vielmehr rundum erfreuliche Zahlen. 217 Absolventinnen und Absolventen haben dem Schulleiter zufolge ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. 56 davon haben den mittleren Schulabschluss neu oder erneut abgelegt. 50 – also knapp ein Viertel der Absolventen – wurden auf der Bühne besonders geehrt, weil sie einen Notendurchschnitt bis 1,50 erreicht hatten. Weitere 19 haben es mit der Traumnote von 1,00 sogar zu einem Staatspreis geschafft.
Ihnen allen stellte Landrat Otto Lederer in seinem Grußwort eine vielversprechende Zukunft in Aussicht. „Mit Ihrem Abschluss haben Sie sich selbst ein solides und krisenfestes Fundament geschaffen“, sagte Lederer.
Qualität und
Ehrgeiz bewiesen
Eine Berufsausbildung schütze einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge am besten vor Arbeitslosigkeit. Zudem hätten sich die Gehälter von Fachkräften mit Berufsausbildung besser entwickelt als bei Spezialisten und Experten mit Fortbildung, einem Meister, Techniker oder Studium. „Sie haben Qualität und Ehrgeiz bewiesen“, lobte Lederer die Absolventen. Darauf würden auch ihre künftigen Arbeitgeber setzen, denn die Abschlussschüler seien ein wichtiger Teil des Erfolges ihrer Unternehmen, Praxen oder Kanzleien. „Ihre Kollegen, aber auch Ihre Kunden, Klienten und Patienten vertrauen auf Sie und Ihre Fähigkeiten“, sagte Lederer.
Lederer betonte, dass auch der Landkreis und die Stadt Rosenheim in den kommenden Jahren auf junge Fachkräfte mit Berufsausbildung angewiesen seien. Schon jetzt spüre man die Lücke, die die in Rente gehenden Jahrgänge hinterlassen. Er und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März würden daher hoffen, „dass Sie sich auch nach Ihrer Ausbildung für unsere Region entscheiden“.
Variabel und flexibel –
wie die Maultrommel
Die Qualitäten für eine Karriere hätten sich die Absolventen in ihren Betrieben und an der Berufsschule erworben, sagte stellvertretender Schulleiter Christian Melchner. Klein, handlich und unscheinbar wie eine Maultrommel hätten sie am Anfang gewirkt. Doch so wie man dem Instrument durch geschickte Handhabung und Übung mit einer Harmonie aus den grundlegenden Vibrationen des Materials und dem Atem des Spielers faszinierende Klänge entlocken könne, hätten auch die Schüler gelernt, Theorie und Praxis zu verbinden und ihre persönlichen Stärken ins Arbeitsumfeld einzubringen. Genau wie das Instrument könnten auch sie variieren und sich anpassen, um mit unerwarteten Herausforderungen flexibel umzugehen und in unterschiedlichsten Berufen zu brillieren. Einen großen Anteil daran hätten auch die „Mitspieler im Orchester der Berufsausbildung“, wie Melchner die Lehrer, Ausbilder, Eltern und Freunde der Abschlussschüler wertschätzend nannte.
Auch in der Arbeitswelt von morgen seien die Absolventen „Teil eines großen Orchesters, das die Gesellschaft immer weiter harmonisiert und verbessert“. Nun sei es an der Zeit, dass die jungen Menschen ihre eigenen Melodien schreiben, neue Töne entdecken und ihre persönlichen Meisterwerke schaffen, betonte der stellvertretende Schulleiter: „Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch viele wunderbare Dinge von Ihnen hören werden.“