Knapp am Feuer-Inferno vorbei: Rosenheimer flippt an Tankstelle aus

von Redaktion

21-Jähriger spritzt mit Benzin herum und hantiert mit Feuerzeug – Tankwart reagiert geistesgegenwärtig und wird zum Helden

Rosenheim – Dass etwas nicht stimmte, erkannte der Mitarbeiter einer Tankstelle an der Äußeren Münchener Straße in Rosenheim am Sonntag gleich nach wenigen Sekunden. Um kurz nach 8 Uhr sei es gewesen, als ein 21-jähriger Rosenheimer die Tür zum Verkaufsraum öffnete. „Er sah sehr verwirrt aus und ist ziellos durch das Geschäft gelaufen“, erinnert sich der Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er habe den 21-Jährigen daraufhin nicht mehr aus den Augen gelassen. „Er hat einige Kunden dumm angemacht“, sagt der Tankwart. Anschließend habe er eine E-Zigarette aus dem Regal genommen und – ohne zu bezahlen – den Laden verlassen. Der Mitarbeiter folgte dem Mann, um ihn zur Rede zu stellen.

Doch dafür blieb keine Zeit. Denn der 21-Jährige nahm plötzlich eine der Zapfpistolen in die Hand, spritzte mit Benzin herum und hielt dabei ein Feuerzeug griffbereit in der Hand. Der Tankwart sei daraufhin zurück ins Geschäft geeilt und habe die Pumpen ausgeschaltet. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen und dafür sorgen, dass niemandem etwas passiert“, sagt er.

Später wird ihn sein Chef für sein „geistesgegenwärtiges Handeln“ loben. Auch, weil er dadurch möglicherweise Schlimmeres verhindert hat. Nachdem die Pumpen ausgeschaltet waren, wählte der Mitarbeiter die Nummer der Polizei. Das bestätigte Hauptkommissar Robert Maurer. Innerhalb weniger Minuten seien seine Kollegen vor Ort gewesen. Sofort sei ihnen der 21-Jährige ins Auge gefallen.

„Wir sprachen ihn an und er konnte von uns fixiert werden“, sagt Maurer. Der 21-Jährige habe keinen Widerstand geleistet und sich nicht gewehrt. Nach der Festnahme wurde er zur Dienststelle gebracht und dort auf richterliche Weisung in Gewahrsam genommen. „Mittlerweile konnte er wieder entlassen werden“, sagt der Hauptkommissar. Im Rahmen der Ermittlungen wurde ihm zufolge festgestellt, dass der 21-Jährige unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand.

Das unterstreicht auch der Mitarbeiter der Tankstelle. „Man hat sofort gemerkt, dass er Drogen konsumiert hat. Wahrscheinlich kann er sich überhaupt nicht mehr an seine Tat erinnern“, sagt der Tankwart. Er und seine Kollegen hätten die Situation gut weggesteckt. „Wir sind auf so etwas vorbereitet“, sagt er. So würde die Tankstelle verschiedene Schulungen für ihre Mitarbeiter anbieten. Dabei würden sie unter anderem lernen, wie man sich bei einem Raubüberfall zu verhalten hat – oder eben, was man tut, wenn jemand mit einem Feuerzeug in der Nähe der Zapfsäulen steht. Doch das habe nichts an der Tatsache geändert, dass er nervös gewesen sei. „Da ging das Adrenalin schon nach oben“, sagt er. Auch, weil es sich dabei um keine Alltagslappalie gehandelt hat. Die Beamten der Rosenheimer Polizei prüfen jetzt, ob Verstöße nach den Brandverhütungsvorschriften vorliegen. Anna Heise

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