Ising – 28 hochkarätige Pferde für den Dressur- und Springsport standen jüngst für „Chiemsee-Sales“ der Deutschen Sportpferd GmbH (DSP) zur Versteigerung. Zwölf Dressur- und 15 Springpferde sowie ein Reitpony mit Dressurbegabung kamen zu Preisen zwischen 12000 Euro und 137000 Euro unter den Hammer.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Auktionator Hendrik Schulze Rückamp Gäste aus Nah und Fern, die zum Zuschauen oder Mitsteigern in die Reithalle nach Ising gekommen waren. Sowohl aus Österreich, Schweiz, Belgien und Luxemburg waren Steigerungswillige anwesend wie auch aus Mexiko und den USA. Teilweise hatten sich Interessenten auch aus fernen Ländern per Internet zugeschaltet und so ihre Gebote abgegeben. Besonders begrüßte der Auktionator den DSP-Vermarktungs- und Auktionsleiter Fritz Fleischmann, DSP-Geschäftsführerin Heike Blessing-Maurer und als Gastgeber Dietmar Gugler.
„Ein Parcourspferd zum Durchstarten“
Gleich die erste vierjährige Stute Frangipani vom Züchter und Besitzer, dem Gestüt Greim in Bärnau, brachte mit 120000 Euro einen sechsstelligen Ertrag und schürte Hoffnung bei den Verkäufern. „Mit einem Maximum an Bewegungsgüte und ergreifender Dynamik stellt sich hier ein ganz besonderes Nachwuchsdressurpferd dar.“ Solche Kommentare vor voll besetzter Arena weckten beim Publikum Begehrlichkeiten der von Schulze Rückamp professionell und preistreibend geleiteten Auktion.
Einmal wurde diese Summe noch überboten: Der siebenjährige Wallach Karl von Züchter Karlheinz Luz aus Neckartaifingen und dem Besitzer Gugler Sport Horses aus Pfungstadt wurde als „fertiges Parcourspferd zum sofortigen Durchstarten in der schweren Klasse“ angepriesen. Das Pferd hat bereits Erfolge bis 1,35 Meter Sprunghöhe erreicht und trägt international erfolgreiche Zucht-Gene mütterlicherseits in sich. Sein erzielter Preis: 137000 Euro.
Insgesamt brachten die 28 Hochkaräter 1164500 Euro ein, durchschnittlich also knapp 42000 Euro pro Pferd. Die nächste DSP-Fohlenauktion auf Gut Ising wird am 13. September stattfinden. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte die einheimische Band „Kruzewuze“.
Etwas kurios bei der Auktion war die Versteigerung des Reitponys D-Gold’s Daydreamer. Auktionator Hendrik Schulze Rückamp hatte das vierjährige Reitpony mit einem Standmaß von 147 Zentimetern als „Verlasspony mit elitärer Dressurbegabung“ angepriesen. „Mit hoher Rittigkeit zeigt sich hier ein Nachwuchspony, das in allen drei Gangarten fleißig aus dem Hinterbein abfußt und sich unkompliziert ausbilden lässt. Die hervorzuhebende Gelassenheit und sein zugewandter Charakter qualifizieren ihn auch für Kinder“, hieß es im Versteigerungskatalog. Als das Pony für 14000 Euro den Besitzer wechselte, gratulierte der Auktionator den Kindern des Ersteigerers zum neuen Reittier. Nach der Versteigerung stellte sich jedoch heraus, dass das Pony keineswegs zum Reitspaß für die eigenen Kinder ersteigert wurde. Vielmehr wechselte das Pony von den bisherigen Besitzern Johannes Jakob und Emily Schettel als Besitzergemeinschaft Jakob & Schettel aus Paderborn an Bernd Börger und Vera Hufenstuhl vom Gestüt Hufenstuhl (Sporthorses) aus Lindlar im Sauerland. Alle saßen an einem Tisch und kannten sich bereits. Die neue Eigentümerin Vera Hufenstuhl, die für hundert Pferde im eigenen Gestüt zuständig ist, sagte, dass das Pony nicht für die eigenen Kinder bestimmt ist, sondern seine Zukunft in den USA haben wird, wohin es weiterverkauft werden soll.
Großes Lob
für Gestüt in Ising
Zuvor hatte Hufenstuhl für den Hengst Vagatendro, der per Live-Schaltung an einen neuen Besitzer in den USA ging, bereits 51000 Euro verdient. Auch die bisherige Besitzerin Emily Schettel, die das Pony vier Jahre lang aufzog, sagte, dass D-Gold’s Daydreamer bisher kaum Kontakt zu Kindern hatte. Auf die Frage, weshalb die beiden Gestüte das Pony sich nicht in ihrer Heimat in Nordrhein-Westfalen verkauft hätten, sondern nach Ising zur Versteigerung gekommen seien, antwortete Schettel: „Ising ist international als beliebtes Gestüt und für Pferdesport bekannt. Ich komme sehr gerne nach Ising, die Gastfreundschaft und die Art, wie man hier mit Gästen umgeht, ist einzigartig und sehr angenehm.“ Arno Zandl