Orte zum Aufladen

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Auf einem Seminar merkte ein Teilnehmer vor Kurzem, dass er sein Ladekabel fürs Handy daheim vergessen hatte. Kein Problem, ich hatte meines dabei und so haben wir es uns für diese Woche geteilt. Manchmal zeigt uns das Leben eine Wahrheit in kleinen Dingen. Ohne Strom wird der Bildschirm des Handys irgendwann dunkel. Nachrichten bleiben unbeantwortet. Das Gerät ist noch da, aber es kann nicht mehr geben, was an Möglichkeiten in ihm steckt.

Auch wir Menschen brauchen eine Ladestation, an der wir uns aufladen können. Orte der Stille und Begegnungen mit Menschen, die uns guttun, lassen unsere Seele wieder atmen. Wenn wir nur funktionieren, leisten und reagieren, dann sinkt unser innerer Akkustand, und wir merken es erst, wenn wir müde, gereizt oder leer werden. „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!“ Diese Einladung von Jesus ist mein göttliches Ladekabel für meine Seele. Aufladen heißt gerade nicht, vor der Welt davon zu laufen, sondern sich zu erinnern, wer wir sind: geliebte Menschen mit Würde, mit einem Wert und einer Hoffnung im Herzen.

Persönliche Ladeorte mag es viele geben: Ein Spaziergang in der Natur, ein gutes Gespräch, Musik oder ein Moment der Dankbarkeit am Abend. Für mich persönlich gehört die Feier der Eucharistie am Sonntag dazu. Dort darf ich ablegen, was schwer geworden ist und empfangen, was mich stärkt. Ein Handy, das regelmäßig geladen wird, ist zuverlässig und leistungsfähig. Ein Mensch, der sich innerlich aufladen darf, wird ruhiger, freundlicher und auch mutiger. Er strahlt etwas aus, das ansteckt und anderen Licht schenkt. Vielleicht ist diese Woche eine gute Möglichkeit, wieder neu über die Kraftquellen des eigenen Lebens nachzudenken.

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