Schreck für Lkw-Fahrer an Rastanlage: Exot in der Mülltonne

von Redaktion

Feuerwehr Bernau rettet Königspython – Mit Notfallausrüstung für Reptilien ins Tierheim Trenkmoos gebracht

Bernau – „Kleintierrettung“ hieß es. Das Kleintier ist knapp anderthalb Meter lang und locker unterarmdick. Die Lkw-Fahrer, die an der Rastanlage Chiemsee an der A8 gerade den Müll aus dem Fahrerhaus entsorgen wollten, dürften einen kräftigen Schreck in der Nachmittagsstunde davongetragen haben. In der Mülltonne ringelte sich ein stattlicher Königspython.

Einer der Kapitäne der Fernstraße besaß die Geistesgegenwart, einen Notruf abzusetzen. Das war am vergangenen Mittwoch gegen 14.20 Uhr. Minuten später waren Kommandant Stefan Huber und ein paar seiner Männer der Feuerwehr Bernau an Ort und Stelle. „Dass es keine Kreuzotter war, war bei der Größe schnell klar.“ Dank Smartphone und Suchmaschine war das Tier zügig als Königspython verifiziert. 1,30 bis 1,40 Meter lang, nach Schätzung der Bernauer Feuerwehrler. Aber nicht giftig.

Pythons sind Würgeschlangen. Die „Rettung“ hielt sich in Grenzen, „die Schlange war ja in der Mülltonne, konnte nicht weit flüchten“, sagt Huber amüsiert. Zu nah ran mussten die Feuerwehrleute auch nicht, sie holten den Python mit einer langstieligen Zange aus der Tonne und halfen mit einem Schubs nach, dass er in die Transportbox rutschte.

Während die einen noch mit der Würgeschlange beschäftigt waren, suchten die anderen schon einen Platz für das wohl ausgesetzte Tier. Durch tatkräftige Unterstützung der Integrierten Leitstelle Traunstein konnte ein Platz im Tierheim Trenkmoos bei Traunstein organisiert werden. Die Feuerwehr transportierte die Schlange in die Aufnahmeeinrichtung. Dort haben sie auch nicht alle Tage einen Königspython zu Gast. „Ich arbeite seit fünf Jahren hier – und das ist das erste Mal, dass wir eine solche Schlange bekommen“, sagt eine Mitarbeiterin.

In der Nähe von größeren Städten komme das vermutlich eher vor. Aber eine Notfallausrüstung für Reptilien, inklusive Terrarium, habe das Tierheim. „Jetzt ist er provisorisch bei uns untergebracht.“ Ob das so bleibt, muss noch geklärt werden. Denn auf Dauer ist der Königspython in Trenkmoos falsch.

Und Stefan Huber ist froh, dass er nicht öfter Schlangen retten muss. Denn er gibt offen zu: „Ich mag die Viecher ned.“Sylvia Hampel

Fakten zum Königspython

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