Bad Endorf/Thansau – Die Diskussionen um das Katharinenheim in Bad Endorf und in Thansau scheinen kein Ende zu nehmen. Dabei ist die kritischste Phase bereits vorbei. Im November 2023 war das Insolvenzverfahren über den Verein „Katharinenheim Endorf“ mit Pflegeheimen in Bad Endorf und Thansau, Tagespflege, betreutem Wohnen, Behinderten-Wohngemeinschaften und drei Kitas eröffnet worden.
Ende 2024 sah es wirtschaftlich dann schon wieder deutlich besser aus und die Seniorenheime in Bad Endorf und Thansau konnten ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis vorweisen.
Wie es in Zukunft weitergeht, ist noch nicht offiziell. Doch es gibt bereits interessierte Investoren. „Wir sind mit unseren Verhandlungen schon weit“, erklärte die zuständige Insolvenzverwalterin Birgitt Breiter Anfang März dem OVB. Dennoch sorgt das Katharinenheim immer noch für Gesprächsstoff. So nun auch im Kreisausschuss. Zur Abstimmung stand ein Antrag der AfD-Kreistagsfraktion. Konkret forderte die Fraktion um den Vorsitzenden Andreas Winhart, dass der Landrat und die Verwaltung „umgehend in Verhandlungen zum Erwerb der Liegenschaften“ treten und einen Kauf prüfen sollen. Zudem fordert die Fraktion „ein Konzept zur Weiterführung des Betriebs als Altenheim, als Eigenbetrieb in einer kreiseigenen Gesellschaft oder als Teil der Romed-Kliniken mit Schwerpunkt Kurzzeitpflege“.
„Wichtig ist uns, dass die Funktionen als Altenheim bzw. Kindertagesstätte weiter erhalten bleiben und die Immobilien nicht als Asyl- oder Flüchtlingsunterkunft vom Landrat zweckentfremdet werden“, begründete Andreas Winhart den Antrag seiner Fraktion. Im Kreisausschuss war die Entscheidung zu diesem Antrag allerdings recht schnell getroffen.
„Wie ich aus einer sehr sicheren Quelle aus Bad Endorf weiß, laufen dort gerade die Verhandlungen“, merkte Sepp Hofer (FW) zum Antrag an. „Es gibt einen Übernehmer, der das Heim auch betreiben würde“, sagte Hofer. Dieser würde auch das Seniorenheim in Rohrdorf betreiben. Zudem prüfe die Gemeinde derzeit einen Kauf der Liegenschaft. Auch Insolvenzverwalterin Breiter sagte am Tag nach der Ausschusssitzung: „Wir sind in guten Verhandlungen.“
Das sagte auch Landrat Otto Lederer (CSU) in der Sitzung: „Momentan sieht es so aus, als wären die Verhandlungen auf der Zielgeraden – und zwar für beide Liegenschaften.“ Zudem nannte er noch die Gründe für den Beschlussvorschlag, den Antrag abzulehnen. Das sei zum einen die ohnehin schon angespannte Haushaltslage. Bei einem solchen Kauf würde es sich um eine freiwillige Leistung in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags handeln. Aus Sicht der Verwaltung sei das unrealistisch. Außerdem müsse das Subsidiaritätsprinzip beachtet werden. Sollten sich also auf Gemeindeebene Lösungen ergeben, stellt der Landkreis seine Bemühungen zurück.
Mit einer Gegenstimme von Christian Demmel aus der AfD wurde der Antrag abgelehnt. Patricia Huber