Großbrand zerstört Wohnhaus

von Redaktion

180 Helfer kämpfen in Traunstein gegen Flammen – Komplexe Löscharbeiten

Traunstein – Ein Großbrand hat am Freitagabend im Traunsteiner Ortsteil Wartberghöhe ein Wohnhaus schwer beschädigt und einen Schaden im hohen sechsstelligen Bereich verursacht. Wie die Polizei mitteilt, brach das Feuer am Freitag, 4. April, gegen 20.45 Uhr zunächst auf einer Terrasse aus und griff innerhalb kürzester Zeit auf die Hausfassade und den Dachstuhl über.

„Bei unserem Eintreffen stand die Hausfassade des Wohnhauses bereits in Vollbrand und die Flammen hatten bereits auf den Dachstuhl übergeschlagen“, berichtet Traunsteins Kommandant und Einsatzleiter Christian Schulz.

Nachbar bemerkt
einen Feuerschein

Ein Nachbar hatte kurz zuvor den Feuerschein bemerkt und die Rettungskräfte verständigt. Die Feuerwehr erhöhte unmittelbar nach der ersten Alarmierung das Einsatzstichwort auf Großbrandalarm „B4“, wodurch weitere Einsatzkräfte hinzugezogen wurden. Insgesamt waren rund 150 Feuerwehrleute aus Traunstein, Haslach, Wolkersdorf, Vachendorf, Siegsdorf, Trostberg und Kammer im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Kräften der Kreisbrandinspektion, des Bayerischen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und Mitarbeitern der Stadtwerke. Insgesamt waren rund 180 Einsatzkräfte vor Ort.

Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst schwierig und dauerten bis Samstagmittag an. Immer wieder entzündete sich die verbaute Isolierung des energetisch sanierten Gebäudes, was zu zahlreichen Flammendurchschlägen führte. „Aus Feuerwehrsicht war dies einer der komplexesten Brandeinsätze der vergangenen Jahre“, erklärte Kreisbrandrat Christof Grundner. Aufgrund der steilen Dachkonstruktion mit Blechverkleidung konnten die Einsatzkräfte das Dach nicht betreten, was die Löscharbeiten zusätzlich erschwerte. Rund 50 Atemschutzgeräteträger waren im Einsatz, um den Brand sowohl von innen als auch von außen zu bekämpfen. Neben Löschwasser aus Fahrzeugtanks wurden vier Hydranten in der Umgebung genutzt. Auch eine Drehleiter und ein Löschunterstützungsfahrzeug (LUF 60) kamen zum Einsatz.

Trotz des umfangreichen Einsatzes konnte erst gegen 6 Uhr morgens „Feuer aus“ gemeldet werden. Eine Brandwache der Feuerwehr Kammer blieb bis 12.15 Uhr vor Ort, um kleinere Nachlöscharbeiten durchzuführen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung führte der Messzug „Nord“ aus Trostberg Schadstoffmessungen in der Kernstadt durch. Laut Einsatzleiter Schulz ergaben diese Messungen glücklicherweise keine gefährlichen Schadstoffkonzentrationen, lediglich eine leichte Geruchsbelästigung wurde festgestellt. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die sechsköpfige Familie, die bei Ausbruch des Brands nicht im Haus war, konnte inzwischen eigenständig eine Unterkunft finden. Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer dankte den Einsatzkräften für ihren „stundenlangen und kräftezehrenden Einsatz“ und zeigte sich erleichtert, dass niemand verletzt wurde.

Am Samstagmittag gegen 12.45 Uhr mussten die Feuerwehren Traunstein und Haslach erneut ausrücken, nachdem Nachbarn eine erneute Rauchentwicklung im Dachstuhlbereich gemeldet hatten. Dieser Folgeeinsatz dauerte rund zwei Stunden.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, diese ist bislang noch unklar.

Scharfe Splitter
und Brandreste

Die Stadt Traunstein bittet Anwohner der angrenzenden Häuser, sich bei Schäden oder Verunreinigungen an Dirk Grusdas vom Fachbereich „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ der Stadtverwaltung zu wenden.

Da auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert war, könnten scharfkantige Splitter oder andere Brandreste auf benachbarte Grundstücke gelangt sein.

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