Goldrausch in Bad Endorf

von Redaktion

Mehr als 1000 Medaillen: Wintersportler der Bundespolizei feiern historische Erfolge

Bad Endorf – 35 Medaillen, davon elf goldene, zwölfmal Silber und zwölfmal Bronze, haben die Spitzensportler der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf in diesem Winter bei Weltmeisterschaften erkämpft. Damit hat die Bundespolizeisportschule aus dem Kurort die magische Grenze von 1000 Medaillen bei internationalen Meisterschaften von Olympischen Spielen bis Junioren-Europameisterschaften geknackt.

Dies musste ordentlich gefeiert werden – vor 150 geladenen Gästen im Kultursaal am Park der Gesundheitswelt Chiemgau Thermen wurden die erfolgreichen Sportler ausgezeichnet.

„Erfolgsbilanz ist
herausragend!“

Vor den erfolgreichen Athleten aus der Loipe, dem Eiskanal und von der Schanze sprach Polizeidirektor Thomas Leuthardt, Leiter der Bundespolizeisportschule, über die derzeitigen Herausforderungen für die Gesellschaft, betonte aber auch die besondere Bedeutung von Kunst, Kultur und Sport in diesen Zeiten: „Unsere Athletinnen und Athleten sorgen jedes Wochenende für emotionale Momente und Begeisterung. Sie sind Vorbilder und helfen vielen Menschen, ihren mühsamen und manchmal auch tristen Alltag für eine kurze Zeit zu vergessen.“

Präsident Ulf Strandt rief den Sportlern zu: „Sie haben Außergewöhnliches erreicht, die Erfolgsbilanz ist herausragend!“ Und er verriet, dass dies nicht nur in sportlicher Hinsicht so sei: „Die Akademieleistung ist überdurchschnittlich.“ Leistungsorientierung, Durchhaltevermögen und Zeitmanagement würden im Sport und im schulischen Bereich zu Erfolgen führen. „Disziplin, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz sind zeitlose Worte, die Weltklasseleistungen ermöglichen – das gilt auch heute noch“, erklärte Strandt.

Da dürfte sich auch Dajana Eitberger angesprochen fühlen, die als Vertreterin der Athletenkommission im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Grußworte mitbrachte. Sie bewertete die Spitzensportförderung der Bundespolizei mit ihrem „Dualen System“ als wichtigen Eckpfeiler des deutschen Spitzensports. „Ihr seid eine unverzichtbare Säule im Spitzensport-System“, erklärte die erfolgreiche Rodlerin.

„Tut Deutschland
wahnsinnig gut“

Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer sprach über die große Bedeutung der Bundespolizeisportschule für die Marktgemeinde Bad Endorf. „Es tut Deutschland wahnsinnig gut, Vorbilder zu sehen, auf die man stolz sein kann.“ Er beschwor den Teamgedanken und setzte diesen als Blaupause, die auf vieles übertragen werden könne. „Wenn wir uns darauf besinnen, dann wird es uns wieder besser gehen“, so der Gemeindechef.

Einige Athleten der Bundespolizeisportschule Bad Endorf haben in diesem Winter das ein oder andere bedeutende Kapitel in der Sporthistorie neu geschrieben. Allen voran Francesco Friedrich, der sich bei der Bob-Weltmeisterschaft in Lake Placid seine WM-Titel 15 und 16 geholt hat. Im großen Schlitten ist der Polizeihauptmeister nun seit acht Jahren bei Großereignissen wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ungeschlagen. Die Kommentatoren hatten sich bei seinen Rennen schier überschlagen und bedachten ihn mit Lobeshymnen wie „Gott“ und „König“.

„Nennt mich einfach Franz, dann ist alles okay“, meinte Friedrich im kurzweiligen Gespräch mit Marina Failing. Diese entlockte den Sportlern einige Anekdoten, unter anderem die große Schokoladen-Vorliebe Friedrichs. Angefangen von den Scherzen der Bobfahrer und Rodler mit den Teamkollegen bis hin zu den Fahrkünsten von Biathletin Lea Zimmermann, die fast auf mehr Blechschäden mit dem Auto als Fehlschüsse bei Wettbewerben kommen soll. Biathlet Elias Seidl räumte damit auf, dass er früher beim Schießen „gewackelt hat wie ein Kuhschwanz“, Bob-Anschieber Alex Schüller erklärte, dass er nach dem Weltcup in Lake Placid „immer wie ein Autounfall“ aussehe und sein Kollege Jörn Wenzel verriet, dass er 2020 bei der Weltmeisterschaft noch als Bahnarbeiter geholfen und den Stars die Startfläche freigekehrt hatte. Rodler Felix Loch wurde als „Legende auf Laufschienen“ bezeichnet und Tobias Arlt verriet, dass er und Doppelsitzer-Partner Tobias Wendl „in diesem Jahr Silberhochzeit“ feiern.

Ganz besonders lauschte man beim Gespräch mit Markus Eisenbichler. Der Skispringer hat gerade seine Karriere beendet. Nach der Talsohle zurückgekehrt und im letzten Bewerb wieder aufs Stockerl gesprungen zu sein, bezeichnete Eisenbichler als „eine Genugtuung“. Und dann verabschiedete er sich mit einem „Jetzt hau i an Deckl drauf und dann Habedere!“

Geehrte Sportler der Bundespolizeisportschule Bad Endorf im Überblick

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