Kinder mit Softair-Waffen beschossen

von Redaktion

Vorfall am Sonntag auf Spielplatz am Schloßberg – Polizei sucht jugendliche Täter

Stephanskirchen – Auf einem Spielplatz an der Schulstraße in Schloßberg haben am Sonntagnachmittag zwei bislang unbekannte Jugendliche mit Softair-Waffen auf mehrere Kinder geschossen und sie geschlagen. Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich der Vorfall gegen 15.30 Uhr. Zwei Kinder wurden getroffen, eines am Arm und Bein, das andere erlitt eine leicht blutende Wunde am Handgelenk. Der Abstand zwischen den Tätern und den Kindern betrug etwa zehn Meter. Als die beiden Kinder den Spielplatz verlassen wollten, wurden sie laut Polizei an den Jacken gepackt und gegen den Oberkörper gestoßen und geschlagen. Nach einem kurzen Handgemenge konnten sich die Kinder zunächst befreien.

Kurz darauf trafen zwei weitere Kinder auf dem Spielplatz ein, Freunde der beiden ersten Opfer. Die Täter schossen erneut mit den Softair-Waffen, diesmal auf alle vier Kinder. Ein Kind wurde dabei am Kopf und Rücken getroffen und erlitt Schmerzen. Anschließend griffen die Täter erneut körperlich an, packten die Kinder an den Pullovern, drückten sie zu Boden und schlugen mehrfach mit Fäusten auf sie ein. Die Rosenheimer Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Wie die Mutter von zwei betroffenen Kindern den OVB-Heimatzeitungen berichtete, seien ihre Kinder, acht und elf Jahre alt, am Sonntag „völlig durch den Wind und aufgebracht“ nach Hause gekommen, wo sie den Vorfall schilderten. Die Achtjährige und ein gleichaltriges Kind kraxelten gerade auf dem Klettergerüst auf dem Schulhof der Grundschule Schloßberg und fuhren Skateboard, so erzählt die Mutter. Zwei Jugendliche, die sich ebenfalls auf dem Schulhof befanden, hätten mit Softair-Waffen geschossen: zunächst gegen das Schulgebäude und in der Gegend herum. Plötzlich sollen die beiden Unbekannten auch in die Richtung der Kinder geschossen haben. Beide Kinder wurden von den kleinen weißen Plastikkugeln getroffen, ein Kind am Arm sowie am Bein. Laut der Mutter soll dabei eines der Kinder so von dem Plastikgeschoss getroffen worden sein, dass es eine Schürfwunde am Handgelenk erlitt.

Einer der Täter hat laut Beschreibung der Kinder schwarze, eher glatte Haare bis zu den Ohren. Er trug eine schwarze Sweatjacke sowie schwarze Jeans und schwarz-blaue Nike-Turnschuhe. Er war etwa 1,55 bis 1,60 Meter groß und wird auf etwa 13 Jahre geschätzt. Der andere Täter hat hellblondes Haar, das er an den Seiten rasiert und mit Locken bis zur Mitte der Stirn trägt. Er trug eine hellblaue Jeans und eine beige Sweatjacke. Er ist rund 1,70 bis 1,75 Meter groß und wird auf etwa 13 bis 15 Jahre geschätzt.

Als die älteren Geschwister hinzukamen, seien diese ebenfalls unter Beschuss geraten. Ihr älterer Sohn, so die Mutter, habe die Teenager aufgefordert, mit dem Schießen aufzuhören. Einer der Jugendlichen fühlte sich offenbar provoziert, packte den Elfjährigen am Kragen und drückte ihn gegen die Wand. Der schwarzhaarige Teenager habe ihn dann „getreten und gehauen“. Der blonde Junge habe seinen Freund „nur“ angefeuert. So habe es die Tochter gegenüber der Polizei geschildert, berichtet die Mutter.

Dennoch stellt die Mutter klar: „Alles in allem ist die Situation sehr glimpflich ausgegangen. Außer einer Schürfwunde und einer kaputten Jacke ist nichts Schlimmeres passiert.“ Die Kinder hätten das Geschehene inzwischen weggesteckt. Dennoch sei der Vorfall für die Familien schockierend.

An einen vergleichbaren Fall kann sich Stephanskirchens Bürgermeister Karl Mair nicht erinnern. „Ich war überrascht angesichts der Aggressivität während dieses Vorfalls“, sagt er gegenüber dem OVB. Dennoch handle es sich dabei um einen Einzelfall und kein „notorisches Problem, wo man eingreifen müsste“. Immer wieder gebe es „Hotspots“, an denen sich Jugendliche treffen. Aber diese verlagern sich oft.

Welche Art von Waffe die beiden Jugendlichen dabei hatten, konnte die Polizei auf OVB-Nachfrage nicht sagen. „Ob es sich um einen Verstoß gegen das Waffengesetz handelt, können wir erst sagen, wenn wir die Täter haben“, erklärt Polizeihauptkommissar Robert Maurer. Wie er erklärt, hänge dies mit der Schussenergie der Waffe zusammen. Einige der Softair-Waffen seien frei verkäuflich. Liegt der für den Schuss aufgewendete Druck unter einem bestimmten Joule-Wert, fallen diese Waffen nicht unter das Waffengesetz, sondern gelten als Spielzeug.

Weiterer Vorfall
in Rohrdorf

Nach dem Vorfall in Stephanskirchen gab es auch in Rohrdorf einen Vorfall. Dort soll auf zwei Autos geschossen worden sein. Als eine 40-jährige Frau und ein 60-jähriger Mann – beide aus Rohrdorf – gegen 17 Uhr die Dorfstraße entlang fuhren, hörten beide auf Höhe des Restaurants „Christl’s“ einen Knall. Beide vermuteten einen Steinschlag. Erst zu Hause stellten sie fest, dass die Fahrzeuge auf der linken Seite beschädigt wurden und der Schaden von einem Luftgewehr stammen könnte. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen besteht, prüfe die Brannenburger Polizei derzeit, teilt Karin Walter, Leiterin der Polizeiinspektion, auf OVB-Anfrage mit. Aktuell sehe es „aber eher nicht danach aus“.

Zeugen gesucht

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