Amok-Telefonstreich hat ein Nachspiel

von Redaktion

Bub löst Polizeieinsatz aus

Bad Aibling – „Es läuft ein Amoklauf.“ Nur dieser Satz sei zu hören gewesen, dann legte der Anrufer auf. Die Stimme am Telefon: jung und männlich. Auf Rückfragen des diensthabenden Beamten reagierte der Anrufer nicht. Dann wurde die Verbindung abgebrochen. Die wenigen Worte ließen am Sonntagmittag bei der Polizeiinspektion Bad Aibling Schlimmes befürchten. Mehrfach hätten die Beamten versucht, den Anrufer zu erreichen. Doch der Anrufer sei nicht mehr an den Hörer gegangen. Deshalb wurde umgehend eine Rückverfolgung der Telefonnummer veranlasst, um der potenziellen Gefahr schnellstmöglich nachzugehen.

Erst Entwarnung und dann eine Ermahnung

Wenig später sei eine Streifenbesatzung zu einem Jugendlichen gefahren, der zugab, den falschen Notruf im Rahmen des Spiels „Wahrheit oder Pflicht“ abgesetzt zu haben. „Bei dem jungen Mann handelt es sich um einen Minderjährigen“, teilte ein Beamter der Polizei Bad Aibling auf OVB-Anfrage mit. Auch wenn es zum Glück Entwarnung gab, sei der Vorfall nicht harmlos. Gegen den Minderjährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Notrufmissbrauchs eingeleitet.

In der Pressemitteilung betonte die Polizei die Ernsthaftigkeit des Falls. Falsche Notrufe können Einsatzkräfte, die andernorts dringend gebraucht werden, binden. „Wir haben keine Streifenwagen losgeschickt, da der Anrufer keinen Tatort nannte“, sagt der Beamte. Wäre das geschehen, hätte der Anrufer die Kosten für den Einsatz zahlen müssen. Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit. „Wie viel so etwas kostet, kann ich pauschal nicht sagen“, sagt der Sprecher. Es sei davon abhängig, ob nur ein Streifenwagen oder fünf losgeschickt werden – und ob vielleicht noch ein Polizeihubschrauber dazugerufen wird.

Jahr für Jahr rund 140 falsche Notrufe

Notrufmissbrauch ist keine Seltenheit. Um die 140 Fälle pro Jahr sind es laut Polizeistatistik im Einsatzgebiet des Präsidiums Oberbayern Süd. „Ich möchte aber betonen, dass, wenn jemand etwas Verdächtiges sieht und sich unsicher ist, lieber einmal mehr die Polizei anrufen sollte, als es sein zu lassen“, sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Stelle sich hier heraus, dass doch keine Gefahr droht, kommen auf den Anrufer keine Kosten zu. „Lieber einmal mehr anrufen, als zu wenig“, so der Polizist. Jennifer Beuerlein

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