Rosenheim – Für Melanie Mayer war der 1. Mai ein guter Tag. „Die gesamte Besetzung war ein riesiger Erfolg“, sagt das Mitglied der Aktivistengruppe „rosenheim.besetzen“ (wir berichteten). Sie und ihre Kollegen wollten zeigen, dass es in der Stadt wieder mehr bezahlbaren Wohnraum geben muss. Schließlich seien die Mieten in Rosenheim in den vergangenen Jahren stärker angestiegen als in München, betont Mayer.
Der Eigentümer des besetzten Hauses, der allerdings lieber anonym bleiben möchte, berichtet auf OVB-Anfrage, dass das Haus am Salzstadel im Eigentum einer Gesellschaft sei, die zu Teilen auch ihm gehört. „Die Verwaltung des Gebäudes hat für uns ein Objektbetreuer übernommen“, teilt er mit. Im Moment sei die Gesellschaft dabei, das leere Haus zu verkaufen. Es gebe bereits „einige, aussichtsreiche Gespräche“ mit möglichen Käufern. „Zudem liegt eine Genehmigung vor, das Haus aufzustocken und dort neu zu bauen“, sagt er. Wie schnell das umzusetzen ist, könne er allerdings nicht beantworten, da dies davon abhänge, wann das Gebäude verkauft wird. „Wir hätten aber auch nichts dagegen, wenn es die Stadt kauft, so wie die Aktivisten es fordern“, sagt der Eigentümer und lacht. Grundsätzlich könne er sogar die Gedanken hinter der Aktion der Hausbesetzer verstehen. „Der knappe Wohnraum ist in der Tat ein Problem“, sagt er. „Ich bin einfach froh, dass niemand verletzt wurde und die Sache gut ausgegangen ist.“ Julian Baumeister