Söder, Royals und ein Versprechen

von Redaktion

Prinz Ludwig von Bayern, Markus Söder und Hunderte Gäste feiern das 1000-jährige Jubiläum Burghausens – mit Glanz, Musik und klaren Botschaften.

Burghausen – Praller Sonnenschein, royaler Glanz und politische Prominenz: Zum Auftakt des 1000-jährigen Stadtjubiläums hat sich Burghausen selbst übertroffen. Auf dem Stadtplatz versammelten sich Hunderte Bürger der Salzachstadt, um Ludwig Prinz von Bayern, Prinzessin Sophie sowie den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder zu begrüßen.

Unter Standkonzert, Herzogstanz und strahlendem Himmel zog die Festgesellschaft weiter in den Stadtsaal, wo rund 400 geladene Gäste – darunter Landrat Erwin Schneider, Altbürgermeister Hans Steindl sowie Vertreter aus Politik, Industrie und Wirtschaft – einem Festakt der Extraklasse beiwohnten.

Die Moderation übernahm BR-Moderator Ulrich Habersetzer. In einem Reigen aus Reden, Musik, Geschichte und Emotion wurde der offizielle Auftakt zum Jubiläumsjahr gefeiert – mit klaren politischen Botschaften, royaler Symbolik und einer Stadt, die sich selbst als modernes Zentrum zwischen Tradition und Zukunft präsentiert.

„Burghausen ist für mich zu einem bedeutenden und gefühlten Gegenstand geworden“, zitierte Bürgermeister Florian Schneider eingangs den Dichter Rainer Maria Rilke. In seiner Eröffnungsrede zeichnete Schneider den Weg der Stadt durch zehn Jahrhunderte – von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1025 über die Blütezeit unter den Wittelsbachern bis hin zum heutigen Wissenschafts- und Industriestandort.

Der Bürgermeister spannte den historischen Bogen weiter über die Errichtung der ersten steinernen Burg, die Einweihung der Altstadtkirche 1140 und den Bau der Salzachbrücke 1272 bis zum Wandel Burghausens „von der verarmten Kleinstadt zur erfolgreichen Industriestadt“. Dabei sei „nicht das Datum entscheidend, sondern die Menschen“, so Schneider, der betonte: „Die Geschichte muss Gegenwart werden.“

Landrat Erwin Schneider, für den der Festakt ein doppelter Grund zur Freude war – er feierte exakt an diesem Tag sein 25-jähriges Amtsjubiläum – sprach mit spürbarer Verbundenheit über Burghausens Bedeutung: „Aus Sicht eines Burghausers ist sie unermesslich. Aus Sicht des Landkreises eine sehr, sehr große.“ Burghausen, so Schneider, habe sich durch seine Infrastruktur – angefangen bei der Salzach, dem „Werk des Herrgotts“, bis hin zur Ansiedlung von Wacker Chemie – einen Wohlstand erarbeitet, der sich nun transformieren müsse.

Er kündigte Unterstützung für künftige Wasserstoffleitungen und nachhaltige Energieprojekte an. Sein Geburtstagswunsch: „Dass Burghausen gut in die Zukunft geht.“

Ministerpräsident Markus Söder griff den Gedanken auf – auf gewohnt pointierte Weise: „Wochenlang Berlin hinter mir – glauben Sie mir, es ist eine große Freude, wieder unter vernünftigen Menschen zu sein.“

Der Schirmherr des Festjahres lobte die Region für ihre Mischung aus historischer Tiefe und wirtschaftlicher Stärke. „Burghausen ist eine besondere Stadt“, so Söder, der sich an seine Reit-Erfahrungen beim Burgfest erinnerte: „Der längste Ritt, den ich je gemacht habe – auf der Zugbrücke hat es gebockt.“ Er betonte, wie wichtig es sei, Industrie in der Region zu halten: „Fast alle kennen die längste Burg der Welt, doch noch mehr wissen, kennen und schätzen das Chemiedreieck.“ Die chemische Industrie sei entscheidend für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit. Mit Blick auf Energiepreise, Stromleitungen und Wasserstoffnetze erklärte Söder: „Wir wehren uns, wenn es um Energiepreise geht.“ Die Zukunft liege in Innovation, Forschung und Technologie: „Hier in der Region gibt es viele schlaue Köpfe.“ Söder schloss seine Rede mit einem Versprechen: „Ich werde all die Investitionen, die wir hier haben, auch dauerhaft absichern.“ Für ihn war klar: „Heute ist Burghausen die Hauptstadt.“

Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Kontrabass-Ensemble der Musikschule Burghausen, das unter anderem „Past Time with Good Company“ von Heinrich VIII. aufführte. Auch ein Jazz-Ensemble mit Burghauser Eigengewächsen und Sängerin Julia Fehnberger begeisterte das Publikum. Der neue Imagefilm der Stadt feierte ebenfalls Premiere – und präsentierte Burghausen von der Ritterrüstung bis zur Forschungsstation, vom Waldrapp bis zur Ringermatte, vom Skatepark bis zur Jazzwoche. „Was für eine bunte und vielfältige Stadt“, fasste Moderator Habersetzer zusammen.

Ein besonders poetischer Moment war die Lesung aus der Anthologie „Ich weiß nicht, wie man anderswo erwachsen wird“ von Christin Moll und Mary Sennewald. Der Titeltext „Seemotionen“ beschreibt die besondere Rolle des Wöhrsees als emotionaler Ankerpunkt mitten in der Stadt.

Der digitale Stadtplan „Burghauser Gschichten“, ein Herzensprojekt der Öffentlichkeitsarbeit unter Alexandra Königseder, soll diesen Blick auf Burghausen weiter digitalisieren – mit Videos, Interviews und interaktiven Geschichten.

Der Künstler Andreas Kuhnlein, dessen ausdrucksstarke Ausstellung „Macht und Vergänglichkeit“ aktuell die Höfe der weltlängsten Burg mit 30 Skulpturen bevölkert, wurde ebenso auf die Bühne gebeten.

Seine Werke thematisieren „Macht und Menschlichkeit durch die Jahrhunderte“. Und als kleinen Höhepunkt im Programm wurde ein Ausschnitt aus dem Jubiläums-Festspiel „Helmbrecht 2025“ uraufgeführt, das im August als großes Freilichtspiel mit bis zu 700 Ehrenamtlichen aufgeführt wird.

Der Abend endete mit Snacks und spritzigen Getränken im Stadtsaal-Foyer.

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