An einer Tür im Greifswalder Dom findet man das Bild eines brennenden Herzen. Darauf steht: „Gib mir dein Herz. Mein Herz ist bereit.“ Was ein Herz bedeutet, wissen bereits die Kinder in unseren Kindergärten. Kürzlich haben sie mir begeistert von den Herzen erzählt, die sie für den Muttertag gebastelt haben. „Ein Herz ist ganz warm und das gebastelte Herz sagt: Ich hab dich lieb“, meinte einer der kleinen Spezialisten. Die innige Liebe zur Mama und zum Papa ist die erste aufrichtige und auch bedürftige Liebe in unserem Leben, die im Laufe der menschlichen Reifung weitere Formen findet. Mit dem dreifachen Liebesgebot macht Jesus deutlich, dass in der grundlegenden Annahme unser selbst, in der Liebe zu den Menschen und zu Gott alles zusammenfließt. Nur in dieser dreifachen Ausrichtung findet die Liebe zur Vollendung. „Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir“, sagt der heilige Augustinus. Die „brennende Liebe“ ist ein Fundament seiner Theologie und aus diesem Grund wird dieser Heilige meist mit einem flammenden Herz dargestellt. Der neugewählte Papst Leo XIV., der dem Augustinerorden angehört, hat deshalb auch ein Herz mit Pfeil in sein Wappen aufgenommen. Das stimmt mich hoffnungsvoll, denn das ist Programm und Botschaft zugleich. So meinte der heilige Augustinus: „Wie sieht Liebe aus? Sie hat die Hände, um anderen zu helfen. Sie hat die Füße, um zu den Armen und Bedürftigen zu eilen. Sie hat Augen, um Elend und Not zu sehen. Sie hat die Ohren, um die Seufzer und Sorgen der Menschen zu hören. So sieht Liebe aus.“ Eine gute Leitlinie nicht nur für den neuen Papst, sondern für jeden von uns.