Kostenfresser Kitagebühren

von Redaktion

Wer auf der Suche nach einem Kitaplatz für sein Kind ist, steht vor zwei Hürden: den geeigneten, freien Platz zu finden und die Finanzierung. Denn gute Kinderbetreuung kostet Geld. Entscheidend dabei ist auch der Wohnort. Wie viel Eltern in der Region für Krippe und Kindergarten bezahlen müssen.

Rosenheim/Wasserburg/Mangfalltal/Traunstein – Kitaplätze sind zurzeit vielerorts nicht nur Mangelware, sondern kosten auch richtig Geld. Wie viel die Eltern berappen müssen, damit ihr Kind halb- oder ganztags betreut wird, ist dabei sehr unterschiedlich. Das hängt unter anderem vom Alter der Sprösslinge, der Anzahl der Kinder oder auch dem Betreuungsumfang ab. Vor allem aber auch vom Wohnort. In Südostbayern mit den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Altötting und Berchtesgadener Land variieren die Kita-Kosten teils stark.

Direkter
Vergleich schwierig

Ein direkter Vergleich der Gemeinden gestaltet sich allerdings als schwierig. In vielen Kommunen gibt es unterschiedliche Betreuungsformen sowie Mindestbetreuungszeiten. Zusätzlich kommen in manchen Einrichtungen noch Spiel- und Essensgeld zu den Gebühren dazu. In der Stadt Rosenheim müssen Eltern so zum Beispiel für ein Kind, das vier bis fünf Stunden in der Krippe bleibt, 406 Euro bezahlen. Für den ganzen Tag werden 554 monatlich fällig. Ein Platz im Kindergarten kostet Eltern für den ganzen Tag 224 Euro, der halbe Tag liegt bei 164 Euro. Hinzu kommen knapp 100 Euro für das Mittagessen.

Im Landkreis Rosenheim ist es im Schnitt etwas günstiger. In Raubling müssen Eltern für eine vier- bis fünfstündige Betreuung in der Krippe 195 Euro bezahlen, im Kindergarten sind es 113 Euro. Ein ganzer Tag (sieben bis acht Stunden) kostet 261 und 152 Euro, teilt die Gemeinde auf OVB-Anfrage mit. Auch in Achenmühle sind die Kitagebühren eher unter dem Schnitt – besonders bei der Krippe. Drei bis vier Stunden kosten dort 149 Euro, bei über neun Stunden sind es rund 237 Euro.

Teurer ist es hingegen in Großkarolinenfeld und Aschau im Chiemgau. Die Gemeinden liegen am oberen Ende im Landkreis. Wer in Großkaro eine Betreuung für ein Kind unter drei Jahren braucht, zahlt für drei bis vier Stunden in der Krippe 325 Euro, für den ganzen Tag 524 Euro. In Aschau kostet ein Krippenplatz 296 Euro (drei bis vier Stunden) und 446 Euro (acht bis neun Stunden). Günstiger ist in Aschau die Betreuung der über Dreijährigen. Für ein Kind, das nur den halben Tag im Kindergarten bleibt, zahlen Eltern 156 Euro. Bei acht bis neun Stunden sind es 236 Euro.

In Großkaro sind es hingegen 192 Euro für vier bis fünf Stunden. Wenn das Kind über acht Stunden dort ist, müssen 282 Euro bezahlt werden.

Ansonsten befinden sich die Gemeinden im Landkreis Rosenheim auf einem ähnlichen Niveau. Kleiner Ausreißer ist dabei noch Schechen, wo die Gebühren ab September – 305 Euro (drei bis vier Stunden) und 462 Euro (acht bis neun Stunden) für die Krippe, 174 und 273 Euro im Kindergarten – steigen.

In den Gemeinden um den Chiemsee müssen Eltern in Bernau für eine vier- bis fünfstündige Betreuung in der Krippe 310 Euro zahlen, in Bad Endorf 220 Euro und in Prien 266 Euro. Für einen ganzen Tag fallen rund 350 Euro, in Bernau 405 Euro an, da die Kinder neun bis zehn Stunden betreut werden. In Rimsting kostet der ganze Tag (acht bis neun Stunden) mit 478 Euro etwas mehr. Für einen Kindergartenplatz werden für einen Tag in diesen Gemeinden im Schnitt rund 180 Euro fällig. Rimsting liegt auch hier leicht darüber. Für den halben Tag sind es im Schnitt ungefähr 140 Euro.

Im Landkreis Traunstein sind die Unterschiede bei den Kosten für Kinderbetreuung hingegen gravierend – bis zu 5000 Euro pro Jahr trennen die teuerste von der günstigsten Kommune. Die Krippenplätze sind besonders teuer in Surberg (480 Euro/Monat), während Fridolfing mit nur 75 Euro für einen Ganztagsplatz mit Abstand am günstigsten ist.

Insgesamt liegt der Durchschnitt im Landkreis bei rund 330 Euro für einen Krippen-Ganztagsplatz.

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