Jubiläumsfeier am und auf dem Chiemsee

von Redaktion

50 Jahre Gemeindereferenten in der Erzdiözese München-Freising

München/Prien – Vor 50 Jahren gründete sich der Berufsstand der Gemeindereferenten (GR) in der Erzdiözese München-Freising. Am kommenden Samstag wird Jubiläum gefeiert: Ab 13 Uhr findet ein Festakt im Priener König-Ludwig-Saal statt, den Festvortrag hält Professor Dr. Bernhard Spielberg. Dann geht es mit dem Schiff auf die Fraueninsel, wo um 18 Uhr Erzbischof Reinhard Kardinal Marx auf der Wiese neben der Aula einen Gottesdienst zum Berufsgruppenjubiläum feiert (bei schlechtem Wetter findet die Feier in der katholischen Kirche in Prien statt). Abends wird auf einem Schiff weitergefeiert.

Was macht ein GR, mag sich so mancher fragen. Es gibt doch Pfarrer. Ja, schon, sagt Tobias Gaiser, einer der wenigen männlichen Vertreter, der im Pfarrverband Riedering tätig ist. Der Beruf ist aus dem Beruf der Seelsorgehelferinnen herausgewachsen, die bereits in den 1920er-Jahren eingesetzt wurden, vornehmlich in der Gemeinde um die Pfarrer in der nachgehenden Seelsorge zu entlasten, ergänzt Diözesanreferentin Danijela Pöschl. Später entstand dann der Studiengang „Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit“ an der katholischen Universität Eichstätt. Und ab 1975 konnten die ersten Frauen als GR in der Erzdiözese gesandt werden.

Von den aktuell 266 aktiven GR sind 45 Männer, deutschlandweit kommen auf 4100 GR rund 800 Männer. Was also sind die Aufgaben? Tobias Gaiser listet auf, von der Kinder- und Jugendarbeit bei der Begleitung der Ministranten bis hin zu verschiedensten Gottesdiensten, von Kinder und Familiengottesdiensten über die klassischen Pfarreigottesdienste bis hin zu Vereinsjubiläen.

Außerdem hält er relativ viele Beerdigungen. Eine Aufgabe, die er „als sehr ehrenvoll“ empfindet. Er besuche Kranke und Menschen in der letzten Lebensphase und bringe auch die Krankenkommunion. Immer wieder führe er auch Einzelgespräche zu Glaubens- oder Lebensfragen und begleitet Menschen. Schon als Jugendlicher war er in seiner Heimatgemeinde als Ministrant und Pfadfinder eingebunden, später studierte er Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit, und nach der zweijährigen Berufseinführung stand die Missio (kirchliche Lehrbefugnis) und die Beauftragung und Aussendung als Gemeindereferent durch den Bischof.

Seine um 20 Jahre jüngere Kollegin Cornelia Doppelberger, die im Pfarrverband Obing tätig ist, hat ein ähnlich breites Aufgabenspektrum. Doppelberger war in der Landjugend aktiv, entschied sich aber erst nach mittlerer Reife und abgeschlossener Berufsausbildung, ihr ehrenamtliches Engagement in der Kirche zum Beruf zu machen. Über die Fachakademie Freiburg konnte sie sich zur GR und zur Religionspädagogin ausbilden lassen. Ihre Mentorin während der Berufseinführung war Hannelore Maurer, GR in der Stadt Rosenheim und demnächst noch zusätzlich Polizeiseelsorgerin.

Ihr beruflicher Werdegang – nach dem Meister in der Ländlichen Hauswirtschaft und dem Aufziehen der Kinder absolvierte sie den Studiengang Theologie und Pastoraler Dienst über ein Fernstudium – liest sich noch mal anders. Für Hannelore Maurer war und ist ein besonderer Schwerpunkt die Trauerpastoral und die Notfallseelsorge. „Menschen an den Grenzen des Lebens beizustehen ist nicht immer leicht. Aber ich vertraue darauf, dass mir der Herrgott auch weiterhin die Kraft dazu gibt.“

Tobias Gaiser betont, dass Glaube nichts Alltagsisoliertes ist. Mitten in der Gesellschaft stehen mit unserer Botschaft, Menschen spirituell zu bereichern und auch herauszufordern, darum gehe es. Allen drei ist es wichtig zu betonen, dass GR ein Beruf, aber eben auch Berufung ist. Auf der Homepage der Erzdiözese steht, dass GR vor Ort mit den Menschen arbeiten. Weiter heißt es: „Selten war es so wichtig wie heute, mit aller Leidenschaft, Expertise und einem starken Glauben andere Menschen zu begleiten. In unterschiedlichen Lebenslagen oder Grenzsituationen.“

Dass die GR genau das verkörpern, kann man immer wieder erleben oder spüren. Und genau das wird am 12. Juli auf dem und am Chiemsee gefeiert.Elisabeth Kirchner

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