„Arri ohne uns? Nur noch ein Schatten!”

von Redaktion

150 Mitarbeiter vor dem Aus – Protest auf dem Betriebsgelände in Stephanskirchen

Stephanskirchen/Brannenburg – Was mehr als 70 Jahre ein Teil von Stephanskirchen war, soll in zwei Monaten enden. Der Lichttechnik- und Kameraspezialist Arri hat die Schließung der beiden Standorte in Stephanskirchen und Brannenburg angekündigt und möchte das nun bis zum Ende des Sommers durchziehen. Ein Schock für die Mitarbeiter, die bei einer der wohl letzten Betriebsversammlungen keine netten Worte für die Geschäftsführung übrig hatten.

„Das war sehr emotional und aufgeheizt“, berichtet Timo Hüther, Betriebsverantwortlicher für die IG Metall. Viele der rund 150 Angestellten aus Produktion (Stephanskirchen) und Logistik (Brannenburg) sind demnach sauer, dass sie so kurzfristig von der Schließung erfahren haben. „Da fehlte es völlig an der Kommunikationsbereitschaft”, kritisiert Hüther. 

Die Gewerkschaft kündigte daher schon kurz nach der Bekanntgabe der drohenden Schließung an, „sämtliche Alternativen prüfen zu lassen”. Wie genau diese aussehen, wollen allerdings weder die IG Metall noch die Arri-Geschäftsführung verraten. 

„Wir befinden uns derzeit in laufenden Beratungen mit dem Betriebsrat”, sagt Arri-Pressesprecherin Reegan Köster. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir in einem laufenden Beratungsprozess keine Auskünfte über die Inhalte oder den Ablauf geben werden.” Auch zu den Eindrücken der Betriebsversammlung aus Sicht der Geschäftsführung will Arri sich auf OVB-Nachfrage nicht äußern. 

Somit ist davon auszugehen, dass das Unternehmen am Plan festhält, die Standorte im „Spätsommer“ zu schließen und mit der Zentrale in München zusammenzuführen. Wie viele vom Standort in Stephanskirchen oder Brannenburg künftig in München arbeiten können und wollen, bleibt jedoch unklar.

Was ein Großteil der Mitarbeiter davon hält, wurde in Stephanskirchen deutlich. Mit Aufschriften wie „70 Jahre und ihr macht das Licht aus” oder „Arri ohne uns? Nur noch ein Schatten!” versammelten sich einige auf dem Werksgelände. „Ich denke, es sind noch nicht alle Maßnahmen ausgeschöpft und wir werden uns weiter für die Mitarbeiter einsetzen”, kündigt Hüther an. Korbinian Sautter

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