Wasserburg – Freitag, 1. August, um exakt 9.08 Uhr war es so weit: Zum ersten Mal rückte offiziell ein Rettungswagen vom neuen Johanniter-Zentrum Oberbayern Südost zu einem Einsatz nach Eiselfing aus. Nur Minuten zuvor hatte die Mannschaft noch ein Weißwurstfrühstück zum Auftakt ihres neuen Arbeitsalltags genossen. Als erster Dienst der Hilfsorganisation bezog das Team des Rettungsdienstes seine neue Heimat.
Das kürzlich eingeweihte Johanniter-Zentrum (wir berichteten mehrfach) bietet optimale Bedingungen für die Anforderungen des öffentlichen Rettungsdienstes. Stationiert sind hier ein Rettungswagen und ein Krankentransportwagen, ergänzt durch ein Ersatzfahrzeug für den Krankentransport. Zusätzlich stehen mehrere Fahrzeuge für den Bevölkerungsschutz bereit – sie kommen dann zum Einsatz, wenn die Ressourcen des regulären Rettungsdienstes an ihre Grenzen stoßen.
Mit 17 hauptamtlich Beschäftigten sowie rund 30 Kräften, die sich regelmäßig ehrenamtlich im Rettungsdienst engagieren, haben die Johanniter ein tatkräftiges Team. Der neue Standort unterstützt diese Einsatzkräfte durch viele infrastrukturelle Verbesserungen wie eine Photovoltaikanlage mit großem Stromspeicher, die auch bei Stromausfall die Einsatzbereitschaft des Rettungsdienstes garantiert. Die Rettungswache im Neubau ist ebenerdig konzipiert – das ermöglicht einen schnellen Zugang zu allen relevanten Bereichen, von den Aufenthaltsräumen zur Fahrzeughalle oder ins Materiallager sind es nur wenige Schritte. Die Fahrzeuge stehen jetzt witterungsgeschützt in geräumigen Garagen, die effiziente Fahrzeugchecks und eine schnelle Aufbereitung nach Einsätzen ermöglichen. Auch die Waschhalle ist endlich groß genug, damit die in den vergangenen Jahrzehnten größer gewordenen Einsatzfahrzeuge gereinigt werden können.
An die Waschhalle grenzt eine Desinfektionsschleuse, die höchsten Hygienestandards nach Infekteinsätzen entspricht. Ein ausgeklügeltes System mit Schwarz-Weiß-Trennung – also von möglicherweise kontaminiertem und reinem Material – führt die Einsatzkräfte vom Desinfektionsraum über getrennte Duschbereiche direkt in die Umkleiden. Neben der technischen Ausstattung wurde auch großer Wert auf das Wohlbefinden des Personals gelegt. Für die Rettungswagenbesatzungen stehen nun drei separate Ruheräume bereit – ein enormer Fortschritt gegenüber der bisherigen Situation. Ein Sozialraum mit Küche und großer Sitzecke sowie ein Aufenthaltsraum wurden bewusst getrennt konzipiert, sodass einerseits Platz für gemeinschaftlichen Austausch, andererseits aber auch Rückzugsorte für Ruhephasen geschaffen werden.