Festmörzen, Glückshöfner, Zachpreller: Starbulls-Auftritt weckt Erinnerungen

von Redaktion

Rosenheim – „Am Vormittag haben wir hart trainiert, dafür dürfen die Burschen jetzt einen zünftigen Wiesnabend genießen“, betonte Starbulls-Chefcoach Jari Pasanen beim Besuch der Rosenheimer Eishockey-Spieler im Flötzinger-Festzelt: „Teambuilding und Heimatkunde der besten Art, speziell für die neuen Spieler“, lobte der Wiesnigel Ignaz.

Den Starbulls machte der Ausflug in die Wiesn-Welt sichtlich Spaß. Und sie sind schon gut in Form. Jedenfalls gingen Flügelstürmer Ville Järvelainen (32) und Torwart Oskar Autio (25) als finnisches Breznverkäufer-Duo gleich entschlossen ins Powerplay. Sie verkauften ihre reschen Brezn nicht nur in der neutralen Zone, sondern auch in der Box.

Auf der Bühne sammelten Skorerpunkte: der neue Deutschkanadier Scott Feser (29), Dominik Kolb (28), Jordan Taupert (27), auch neu, sowie Max Vollmayer (29). Sie schwangen beim Dirigieren der Dreder Musi zu „Hulapalu“ von Andreas Gabalier so leidenschaftlich die Taktstöcke, dass beste Stimmung aufkam. Per Online-Abstimmung hatten zuvor die Starbulls-Fans dieses Dirigenten-Quartett auserkoren. „Ein toller Abend, eine gute Basis für eine tolle Saison“, schwärmte Scott Feser bei seinem ersten „großen“ Auftritt in Oberbayern.

Das Maskottchen „Wacki“ hielt sich indessen auf der Bühne brav im Hintergrund und nahm niemanden auf die Hörner. Das hebt man sich für den Saisonstart in der DEL 2 auf – ein wahrer Kracher, denn am 19. September geht es im Rofa-Stadion ausgerechnet gegen die Düsseldorfer EG, in den 80ern das Duell schlechthin im deutschen Eishockey.

Kein Wunder also, dass der Wiesnigel Ignaz nach dem Genuss von ein paar Mass Bier „alkoholmassig“ die blaue Linie weit überschritt und sich in einem abstrus-nostalgischen Traum von alten glorreichen Eishockeytagen verlor.

Er träumte von Zeiten, als Zachpreller, Friesen und Fischer noch Kölner Haie jagten, als das Team noch mit Top-Starsis gespickt war, die wahre Pouzarenritte hinlegten, jedes Schiffl schaukelten und Sherven wie Drahtseile hatten;

als die Starbulls noch einem Mastersplan folgten, der SBR im Eishockey erste Ahne war und es den Gegnern nicht ganz „koschei“ war, wenn sie in Rosenheim antrattnern mussten;

als Adlmaier sehr wohl verpflichtete und selbst im Blutzucker ein Rosenheimer Eishockey-Held steckte;

als die Burschen Braten-Reindl verspeisten, Festmörzen tranken, Lose am Glückshöfner kauften, auf den „Hau den Lukac“ hämmerten und unbekummert scharfe Maidln blumig anlechlten, bevor sie ihnen die Berwangern herbusselten;

als der Franz noch nicht am Wiesntor zu finden war, sondern auf dem Eis, als es noch Spielerverträge ohne Klauseln gab und kein Wacki-Leaks – und im Radio keine Frühaufdreher, sondern Baldaufdreher, die schon am Mikrofon saßen, wenn die letzten Spätheimkammerer mit einem Betzn Rausch zur Reilway-Station hilgerten. Ja, das waren noch Spätsommer!

Hinweis: Den Traum bitte nicht zu bierernst nehmen, er ist etwas für echte Starbulls-Fans. Darin sind die Namen von 32 Rosenheimer Eishockey-Legenden versteckt. Viel Spaß beim Suchen! Die Auflösung folgt in den nächsten Wiesn-Streiflichtern.

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