Happy Birthday vom Roboter

von Redaktion

Im China-Restaurant „Bamboo“ zwischen Traunstein und Surberg bringen jetzt Roboter die Speisen an den Tisch. Die elektrischen Kellner orientieren sich selbstständig im Raum, können bis zu 30 Teller transportieren und singen auf Wunsch sogar ein Geburtstagsständchen für die Gäste.

Surberg/Traunstein – „Hier ist Ihr Essen. Bitte tippen Sie, um die Lieferung zu bestätigen“ – mit etwas Musik kommt er herangefahren und liefert genau das, was man vor ein paar Minuten übers Tablet bestellt hat: das Lachs-Sashimi, den Kürbis-Kuchen oder das Rinder-Steak.

Vor allem die Kinder
finden das cool

Im China-Restaurant „Bamboo“ zwischen Traunstein und Surberg servieren jetzt drei zuverlässige Roboter die Speisen. „Seit wir sie haben, sind sie das Highlight“, sagt Betreiberin Jingwei Jin beim Besuch der OVB-Heimatzeitungen „und die Gäste finden ihn cool. Vor allem den Kindern gefällt‘s“. Etliche Jahre kannte man das China-Restaurant an der Salzburger Straße als „Cooking Zhang“. Im Sommer hatte man geschlossen, „wir wollten alles ändern, renovieren, die Speisekarte umgestalten“, sagt Jingwei Jin – und im September wurde dann unter neuem Namen wiedereröffnet.

Zum neuen Konzept gehören jetzt auch die Servierroboter. Früher funktionierte das „All you can eat“-Prinzip übers Büfett. „Jetzt können die Leute sitzen bleiben und bestellen übers Tablet. Der Vorteil ist, dass das Essen frischer und schneller an den Tisch kommt.“

Wie funktionieren die neuen Mitarbeiter also? Die Angestellten des „Bamboo“ geben im Touchscreen der Servierroboter die Tischnummer ein und platzieren die Gerichte in die Abstellflächen.

Die Roboter kennen die Tischnummern und wissen den Weg. Alle Stufen im Restaurant wurden abgeflacht, sodass sie überall problemlos hinkommen. Läuft plötzlich ein Gast vor den Roboter, stoppt er: „Könntest Du mir Platz machen?“ Vier verbaute Kameras erkennen, was rund um ihn los ist. 20 bis 30 kleine Tellerchen des „All you can eat“ kann der Roboter auf einmal ausliefern – und auch die leeren nimmt er wieder mit und bringt sie zurück in die Küche. Getränke und Suppen servieren die Mitarbeiter des „Bamboo“ aber noch selbst. Zum einen, weil beim Roboter etwas überschwappen könnte, zum anderen, um weiterhin Kontakt zu den Gästen zu halten.

„Wenn es ein Gast so möchte, bringen wir ihm auch das Essen persönlich an den Tisch und nicht der Roboter“, so Jingwei Jin. Manch älteren Gästen sei das lieber, „aber ungefähr 90 Prozent wollen durch den Roboter beliefert werden.“

Erleichterung
für die Angestellten

Und, natürlich: Vor allem wenn viel los ist, sind die Kellner auf vier Rädern eine Erleichterung für die Service-Angestellten. Bis zu 200 Gäste haben im ehemaligen „Cooking Zhang“ Platz. Aber die Roboter stemmen auch den größten Andrang: sie können mehrere Tische hintereinander ansteuern.

Zwei Tage lang können die Servierroboter durcharbeiten, dann müssen sie wieder geladen werden. Und noch etwas können sie wahrscheinlich besser, als ein echter Kellner: Hat ein Gast Geburtstag, kann der Roboter auch noch fehlerfrei „Happy Birthday“ singen.

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