„Manche Böller sind lauter als ein Presslufthammer“

von Redaktion

Johanniter geben Tipps für eine sichere Silvesternacht – Hochbetrieb für Rettungskräfte

Wasserburg – Die Silvesternacht bedeutet für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes regelmäßig Hochbetrieb. Der leichtfertige oder unsachgemäße Umgang mit Feuerwerkskörpern, oft unter Alkoholeinfluss, führt zu zahlreichen Verletzungen. Dazu zählen abgetrennte Finger, Verbrennungen und Brüche. Auch Gesichts- und Augenverletzungen sind häufig. Im Falle eines Unfalls ist schnelles und korrektes Handeln entscheidend, um schlimmere Folgen zu verhindern.

Augenverletzungen entstehen oft durch einen zu geringen Sicherheitsabstand. Sven Aschenbrenner, stellvertretender Regionalleiter der Johanniter im südöstlichen Oberbayern, rät: „Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten Laien diese nicht selbst entfernen. Stattdessen muss die verletzte Person sofort in eine Notaufnahme gebracht oder der Rettungsdienst alarmiert werden.“ Als erste Maßnahme vor Ort sollte das betroffene Auge mit einer keimarmen Wundauflage bedeckt und anschließend beide Augen vorsichtig mit einem Tuch verbunden werden. Aschenbrenner ergänzt: „Nur durch das Verbinden beider Augen wird eine Ruhigstellung des verletzten Auges und damit eine Schmerzlinderung erreicht.“ Zur Vorsorge empfehlen die Johanniter, nicht nur den auf der Verpackung angegebenen Sicherheitsabstand unbedingt einzuhalten, sondern am besten eine Schutzbrille zu tragen.

Auch die Ohren sind bei der Silvesterknallerei gefährdet. Ohrstöpsel bieten hier die beste Vorbeugung. Aschenbrenner warnt: „Manche Silvesterböller sind lauter als ein Presslufthammer. Der hohe Schalldruck kann ein Knalltrauma auslösen und zu einer Schädigung des Innenohrs führen. Die Folge ist Schwerhörigkeit in den ersten Stunden oder Tagen. Schlimmstenfalls bleibt das Gehör ein Leben lang geschädigt.“

Zu den häufigsten Verletzungen zählen Verbrennungen und andere Verletzungen an den Händen bis zum Verlust von Fingern. Diese werden meist durch zu frühe Explosionen oder durch zu langes Halten von Feuerwerkskörpern mit bereits brennender Lunte verursacht – leider eine gerade bei Jugendlichen beliebte Mutprobe. Aschenbrenner rät: „Kleine Brandwunden sollten allenfalls kurz mit Leitungswasser – auf keinen Fall mit Eis oder Schnee – gekühlt werden. Puder oder Salben gehören ebenfalls nicht auf offene Wunden. Brandwunden mit einer nicht klebenden sowie keimarmen Wundauflage bedecken und vorsichtig verbinden. Bei schwereren Verletzungen sofort den Rettungsdienst alarmieren.“

Damit Rettungskräfte Menschen schnell helfen können, dürfen sie unter keinen Umständen in ihrer Arbeit behindert werden. Um Unfälle zu vermeiden, geben die Johanniter folgende Tipps:

•Zünden Sie niemals stark alkoholisiert ein Feuerwerk und achten Sie darauf, dass andere nicht zu viel Alkohol getrunken haben, wenn sie mit Böllern und Raketen hantieren.

•Kaufen Sie nur geprüftes Feuerwerk (achten Sie auf den Hinweis der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung auf der Verpackung).

•Lesen Sie vor dem Zünden sorgfältig die Gebrauchsanweisung.

• Brennen Sie Feuerwerk nur im Freien ab.

• Halten Sie Feuerwerkskörper niemals länger als nötig in der Hand.

•Halten Sie nach dem Anzünden den vorgegebenen Sicherheitsabstand ein.

•Zielen Sie niemals auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Fahrzeuge.

• Lassen Sie Kinder niemals alleine mit Feuerwerk hantieren.

• Versuchen Sie niemals, Feuerwerkskörper, die nicht gezündet haben, ein zweites Mal anzuzünden.

•Sammeln Sie keine Blindgänger auf, sie können immer noch explodieren.

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