Tonnenschweres Brückenteil inzwischen millimetergenau eingesetzt

von Redaktion

Baumaßnahmen zur Bahnunterführung in Raubling noch bis 2027

Raubling – Die Bahnunterführung an der Bahnhofstraße zählt zu den wichtigsten Ost-West-Verbindungen im Gemeindegebiet – und ist seit Februar 2025 auf Jahre hinaus Großbaustelle. In einem Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Raubling und der Deutschen Bahn wird die in die Jahre gekommene Unterführung umfassend saniert und zugleich deutlich ausgebaut. Die Arbeiten begannen am 17. Februar 2025 und sollen nach derzeitiger Planung bis zum Frühjahr 2027 andauern.

Kern des Projekts ist die komplette Erneuerung der Eisenbahnüberführung samt der angrenzenden Straßenbereiche. Künftig soll die Straße unterhalb der Bahn zweispurig geführt werden. Beidseitig entstehen erhöhte Geh- und Radwege, um Fußgängern und Radfahrern mehr Sicherheit zu bieten. Die neue Unterführung wird eine Durchfahrtshöhe von 4,55 Metern und eine Gesamtbreite von 14 Metern aufweisen – deutlich mehr als bisher. Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern und Engstellen dauerhaft zu beseitigen. Ursprünglich waren für das Projekt Gesamtkosten von rund elf Millionen Euro veranschlagt, wobei die Gemeinde Raubling etwa ein Drittel übernehmen sollte. Im Laufe der Planungen wurden die Kosten jedoch auf rund 15 Millionen Euro korrigiert. Hintergrund sind unter anderem zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation im Umfeld der Unterführung. Allein für diese gemeindlichen Zusatzmaßnahmen bringt Raubling rund zehn Millionen Euro auf. Mit der Baumaßnahme sind erhebliche Einschränkungen verbunden. Die Bahnhofstraße ist im Abschnitt zwischen Kufsteiner Straße und Prinzregentenstraße unterhalb der Eisenbahnüberführung bis voraussichtlich August 2027 voll gesperrt. Die Sperrung betrifft nicht nur den Autoverkehr, sondern auch Radfahrer und Fußgänger. Eine großräumige Umleitung führt über Herrenchiemsee-, Wittelsbacher- und Poststraße und ist entsprechend ausgeschildert.

Auch der Bahnverkehr bleibt von dem Projekt nicht unberührt. Während einzelner Bauphasen kommt es auf der Strecke zwischen Rosenheim und Kufstein zu Einschränkungen oder zeitweisen Unterbrechungen. In diesen Fällen wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Um den engen Zeitplan einhalten zu können, wird auf der Baustelle teilweise im 24-Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet. Das bringt für Anwohner Lärm- und Schmutzbelastungen sowie zusätzlichen Baustellenverkehr mit sich.

Ein sichtbares und emotionales Zeichen der Bauarbeiten war im Februar 2025 die Fällung einer großen Tanne an der Bahnhofstraße. Der rund 20 bis über 30 Meter hohe Baum galt vielen Anwohnern als Wahrzeichen. Er musste weichen, um Platz für eine zentrale Stützmauer zu schaffen. Gemeinde und Bahn sagten zu, für entsprechende Ausgleichsflächen zu sorgen.

Ein wichtiger Meilenstein wurde im November 2025 erreicht: Ein rund 1.250 Tonnen schweres Brückenteil wurde erfolgreich eingehoben. Für diesen Zeitraum war auch die Inbetriebnahme des westlichen Brückenbauwerks vorgesehen – ein entscheidender Schritt im komplexen Bauablauf.

Über die reine Unterführung hinaus blickt die Gemeinde weiter nach vorne. Ein im Jahr 2025 vorgestelltes Mobilitätskonzept empfiehlt eine umfassende bauliche Umgestaltung des gesamten Bahnhofstraßenbereichs. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Erste Maßnahmen aus diesem „Werkzeugkasten“ sollen bereits 2025 und 2026 umgesetzt werden. Bis zur Fertigstellung bleibt die Bahnunterführung jedoch eine Geduldsprobe für Raubling. Gemeinde und Bahn betonen zugleich, dass mit dem Projekt eine zukunftsfähige Lösung entsteht, von der Verkehrsteilnehmer aller Art profitieren sollen.

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