Rosenheim – Eine unfassbare Gewalttat hat die Stadt Rosenheim am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 tief erschüttert. In der Nacht auf den 25. Dezember tötete eine 39-jährige Mutter in einem Wohnhaus im Stadtteil Schwaig ihre beiden Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren. Die Tat löste weit über die Region hinaus Entsetzen aus.
Nach den Ermittlungen schliefen die Kinder zum Tatzeitpunkt. Die Mutter fügte ihnen mit einem schweren Gegenstand tödliche Kopfverletzungen zu. Die siebenjährige Tochter versuchte nach Erkenntnissen der Ermittler noch, sich zu wehren. Nach der Tat versuchte die Frau, sich selbst das Leben zu nehmen. Sie wurde schwer verletzt von einem Zeugen aufgefunden, der die Polizei alarmierte.
Die Mutter überlebte und wurde zunächst in ein Krankenhaus gebracht. In der Folge kam sie in eine Justizvollzugsanstalt und schließlich in eine geschlossene psychiatrische Fachklinik. Ein drittes, älteres Kind der Familie war zur Tatzeit bei der Großmutter und blieb unversehrt.
Die Ermittlungen führten die Kriminalpolizei Rosenheim und die Staatsanwaltschaft Traunstein. Schnell rückte der psychische Zustand der Frau in den Mittelpunkt. Sachverständige stellten eine paranoide wahnhafte Störung fest. Die Frau litt demnach unter massiven Ängsten und Wahnvorstellungen, unter anderem vor Bedrohungen von außen und der Überzeugung, ihre Kinder seien in akuter Gefahr. In diesem Zustand glaubte sie, die Tat begehen zu müssen, um ihre Kinder zu „schützen“. Zum Tatzeitpunkt stand sie zudem unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss.
Aufgrund der schweren psychischen Erkrankung ging die Staatsanwaltschaft von Schuldunfähigkeit aus. Es wurde keine Anklage erhoben, sondern eine Antragsschrift auf Unterbringung in der Psychiatrie gestellt.
Der Prozess begann am 18. August 2025 vor dem Landgericht Traunstein. Am 8. September 2025 stellte das Gericht die Schuldunfähigkeit der Mutter fest und ordnete die unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung an. Das Urteil wurde am 16. September 2025 rechtskräftig. Die Unterbringung unterliegt regelmäßigen gerichtlichen Überprüfungen. Die Tat hat in Rosenheim tiefe Spuren hinterlassen. Angehörige, Nachbarn, Einsatzkräfte und Zeugen wurden gleichermaßen belastet. Auch in Schulen und Betreuungseinrichtungen wurde intensiv darüber gesprochen, wie mit der Trauer und den Fragen der Kinder umzugehen ist.
Die Stadt stand in den Tagen nach Weihnachten still – geprägt von Fassungslosigkeit über eine Tat, die sich jeder Erklärung entzieht.