Tausende Trachtler präsentieren ihr Dahoam

von Redaktion

Trachtensommer mit Gaufesten der Superlative – Logistische Höchstleistungen und Zusammenhalt imponieren

Rosenheim/Landkreis – Gleich drei große Gautrachtenverbände sind im Verbreitungsgebiet unserer Heimatzeitungen beheimatet. Zusammen zählen der „Chiemgau-Alpenverband für Tracht und Sitte e. V.“, der „Bayerische Inngau-Trachtenverband e. V.“ und der „Gauverband I der oberbayerischen Gebirgstracht-Erhaltungsvereine e. V.“ annähernd 64.000 Mitglieder. Der Chiemgau-Alpenverband hat 8.000, der Gauverband I 41.800 und der Bayerische Inngau 14.043 Mitglieder, wie aktuelle Zählungen ergeben haben.

Eines hatten sie in den vergangenen Trachtensommern gemeinsam: Ihre Gautrachtenfeste wurden den Ankündigungen als „Jahreshöhepunkt“ gerecht und zogen die ausrichtenden Vereine, alle Gäste und Zuschauer in ihren Bann.

Das große Miteinander der Gastgeber griff erneut auf die kompletten Gemeinden und Städte über, da die Ortsvereine und das komplette Umland zusammenhalfen, um „ihre“ Feste dieser Größenordnung zu stemmen.

Die Zahlen sprechen auch hier für sich: Rund 16.000 Trachtler von Alt bis Jung demonstrierten an den drei Gaufestsonntagen und mit dem Rahmenprogramm der Festwochen, wie lebendig die Trachtenbewegung in unserer Region ist. Zu den Klängen der zahlreichen Musikkapellen zogen die angeschlossenen Vereine, angeführt von ihren Fahnen nebst Fahnenabordnungen und begleitet von festlich geschmückten Fest- und Motivwägen, durch die Gastgeberorte.

Dabei konnten sich die begeisterten Zuschauer von der starken Verbundenheit der Teilnehmer mit ihren Heimatvereinen überzeugen. Die Festzugteilnehmer hingegen konnten die Heimat des Gaufestausrichters bewundern und sich beim Gegenzug über bekannte Gesichter freuen und diese begrüßen.

Erfahrungsgemäß prägt sich ein Gaufest der Trachtler für viele Jahre in die Köpfe der Gastgeberorte ein und bleibt in guter Erinnerung. So wurden wohl auch die Feierlichkeiten 2025 in Brannenburg, Feldwies und der Stadt Traunstein in die Geschichtsbücher aufgenommen.

Organisation und Durchführung sind logistische Meisterwerke; dies bestätigen die Festleiter gerne. Längst tauschen die Vereine ihre Erfahrungswerte untereinander aus. Dies gilt für Konzepte ebenso wie für die Anzahl der benötigten Kuchen und Torten, Parkplätze, Zeltpläne, die zu erwartenden Besucherzahlen bis hin zur benötigten Zahl an Helfern, ohne die Feste dieser Größenordnung nicht durchführbar wären. Beispielhaft wurden in Traunstein zwei stattliche Bierzelte mit 1.000 Bierzeltgarnituren aufgestellt, um am Festsonntag alle Teilnehmer zu bewirten. Besonders positiv berichten alle drei Gaue im Einklang: „Es verlief alles friedlich.“

Begeistert zeigte sich unter anderem mehrfach Landrat Otto Lederer, der in seinen Festreden den zahlenmäßig geringen Einsatz an Polizeikräften hervorhob. Simon Schreiber, Festleiter beim Gaufest des Gauverbandes I in Traunstein, berichtet sogar: „Wir haben beim Zeltaufbau nicht einmal ein Pflaster gebraucht.“ Wie schnell man trotz aller guter Vorbereitungen von Hürden überrascht werden kann, davon weiß der Chiemgau-Alpenverband zu berichten.

Am Festsonntag waren witterungsbedingt Park-, Aufstell- und Kutschenplätze nicht befahrbar. Hilfestellung kam spontan aus der Gemeinde und den Vereinen, die mit Bussen anreisten. Sie und Gäste mit Autos mit reichlich Sitzplätzen beförderten die Festgäste kurzerhand vom benachbarten Übersee zum Zielort Feldwies.

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