Wacker-Chemie unter Druck

von Redaktion

Ein schwieriges Jahr liegt hinter der Wacker Chemie: Umsatz und Ergebnis sind gesunken und wenige Wochen vor Weihnachten verkündete der Konzern, dass am Standort Burghausen bis zu 1500 Stellen abgebaut werden sollen. 2026 soll der Konzern mit harten Einschnitten wieder wettbewerbsfähig werden.

Burghausen – Das Jahr 2025 hat die Chemieindustrie in Deutschland massiv unter Druck gesetzt, und auch Wacker Chemie verzeichnet deutliche wirtschaftliche Einbußen. Der Konzern rechnet mit einem negativen Jahresergebnis und reagierte mit dem Sparprogramm PACE. Vor allem am Standort Burghausen stellt man sich auf tief greifende Veränderungen ein, die für Beschäftigte und Region auch im kommenden Jahr spürbar bleiben werden.

2025 war für Wacker geprägt von einem außergewöhnlich schwierigen Marktumfeld.

Der Konzern verweist auf eine Kombination mehrerer Belastungsfaktoren, die sich über das Jahr hinweg verstärkt haben. In einem aktuellen Statement heißt es unverändert: „Die Branche kämpft mit einer schwachen Nachfrage, einer geringen Auslastung und zunehmendem Wettbewerbsdruck aus China.“ Besonders relevant für Wacker seien die anhaltenden Probleme wichtiger Abnehmerbranchen gewesen: „Nicht zuletzt die Bau- und Automobilindustrie, zwei zentrale Abnehmerindustrien, blieben im Krisenmodus.“

Neben der schwachen Nachfrage wirkten sich externe Faktoren zusätzlich aus. Wacker verweist auf „geopolitische Unsicherheiten“, die die Märkte zusätzlich belasten würden.

„In Europa wirkten sich zudem die weiterhin hohen Energiekosten negativ auf die Branche aus“, so der Unternehmenssprecher. Diese Rahmenbedingungen verschärften den wirtschaftlichen Druck auf Produktion und Standorte erheblich.

Zahlen zum Jahresende:
Umsatz und Ergebnis
deutlich schwächer

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung schlagen sich klar in den Geschäftszahlen nieder. Zum Jahresende rechnet der Konzern mit einem Umsatz am unteren Ende der prognostizierten Spanne von 5,5 bis 5,9 Milliarden Euro. Auch beim operativen Ergebnis bleiben die Erwartungen unerfüllt, und das EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) wird „zwischen 500 und 700 Millionen Euro“ erwartet. Besonders deutlich fällt die Einschätzung beim Jahresergebnis aus: „Unterm Strich rechnet WACKER mit einem negativen Jahresergebnis.“

Vor diesem Hintergrund hat Wacker bereits im Oktober reagiert und das umfassende, globale Sparprogramm PACE gestartet. Das Programm soll im 1. Quartal 2026 gestartet und Ende 2027 abgeschlossen werden. Ziel ist es, mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr einzusparen, wobei der Fokus auf Verwaltungskosten und fixen Herstellungskosten liegt – also Personal, Logistik, Wartung und produktionsnahe Services.

Bezüglich des Personalabbaus hat der Konzern wenige Wochen vor Weihnachten veröffentlicht, dass weltweit über 1500 Stellen wegfallen sollen – ein Großteil davon in Deutschland.

Da der Standort Burghausen mit etwa 8000 Mitarbeitern der Größte hierzulande ist, wird er besonders vom Stellenabbau betroffen sein. Dr. Christian Hartel, der seit 2021 Vorstandsvorsitzender und CEO des Konzerns ist, sagte Ende November: „Ziel ist es, durch die Einsparungen unsere Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken.“

Viel zu hohe Energiepreise
und bürokratische
Hemmnisse

So könne Wacker wieder auf Erfolgskurs gebracht werden. „Insbesondere am Standort Deutschland erweisen sich die viel zu hohen Energiepreise und bürokratische Hemmnisse weiterhin als zentraler Bremsklotz für eine erfolgreiche Entwicklung der chemischen Industrie“, betonte Hartel.

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