„Er hat überall Spuren hinterlassen“

von Redaktion

Wasserburg trauert um Markus Bauer. Der Unternehmer der Privatmolkerei Bauer starb völlig überraschend am 23. Dezember im Alter von 58 Jahren. Die Menschen in der Region kannten ihn als eine große Persönlichkeit mit vielen Facetten.

Wasserburg – Unternehmer, Kommunalpolitiker, Sportfan, Sponsor, Kneipenretter, Weltenbummler. Markus Bauer war ein Wasserburger mit vielen Facetten: engagiert im Familienbetrieb, der Privatmolkerei Bauer, ein Mann der klaren Worte im Stadtrat, leidenschaftlicher Sportfan und Förderer von Fußball sowie Basketball in Wasserburg und Wirt des Café Central in der Altstadt.

Am 23. Dezember ist er verstorben: völlig unerwartet. Die Nachricht über seinen plötzlichen Tod, am gestrigen Dienstagmittag von der Bauer-Gruppe bestätigt, ist ein Schock für die Region. Offizielle Informationen zur genauen Todesursache gibt es derzeit nicht.

Bürgermeister:
„Trauer um Weggefährten“

„Tief erschüttert“ zeigt sich Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl. Er kennt Markus Bauer seit seiner Jugendzeit, „er war über Jahrzehnte ein wichtiger Wegbegleiter“, so Kölbl. 2001 rückte der CSU-Mann Bauer für seinen Vater in den Stadtrat nach. Hier war er Werkreferent und seit 2014 Sportreferent. „Sein Herz schlug für das Familienunternehmen und für den Sport“, berichtet der Rathauschef. Markus Bauer habe nicht nur die Basketballerinnen und den Tennissport unterstützt, er sei auch ein leidenschaftlicher Fußballfan gewesen. Seine Liebe habe nicht nur den 60ern in München, sondern auch den Löwen des TSV Wasserburg gegolten. Am Spielfeldrand in Wasserburg habe er immer intensiv mitgefiebert. „Er konnte sich auch schon mal richtig aufregen, wenn es nicht so gut lief“, berichtet Kölbl.

Starke Identifikation
mit seiner Heimat

Auch als Unternehmer hat der Bürgermeister Markus Bauer nach eigenen Angaben sehr geschätzt. Mindestens einmal im Jahr hätten vertrauliche Gespräche der Stadt mit der Geschäftsführung und den Bauer-Brüdern stattgefunden, bei denen „immer sehr klar und offen gesprochen wurde, wie sich die Bauer-Gruppe entwickelt“. Mit dem Familienunternehmen und seiner Heimatstadt habe sich Markus Bauer stark identifiziert. Als Stadtrat habe er ein offenes Wort geführt, das Miteinander sei stets konstruktiv gewesen. Kölbl: „Ich bedauere den Verlust sehr. Und wünsche seiner Familie jetzt viel Kraft.“

Mit Markus Bauer ist innerhalb weniger Wochen die zweite Unternehmerpersönlichkeit aus der in der Innstadt stark vertretenen Milchindustrie verstorben: Noch Anfang November hatte Markus Bauer im Namen seines Unternehmens den am 30. Oktober im Alter von 94 Jahren zu Grabe getragenen Toni Meggle gewürdigt.

Am 6. Dezember hatte Markus Bauer noch an der Bande der Eisbahn gestanden und beim „Bauer-Mini-Cup“ für den Eishockey-Nachwuchs auf der Bahn am Gries mitgefiebert. Die Privatmolkerei Bauer hatte das Sportereignis gesponsert und ihm den Namen gegeben. Das Unternehmen unterstützt als Förderer seit vielen Jahren außerdem den TSV Wasserburg.

Bastian Wernthaler:
„echter Sportfanatiker“

Der ehemalige Vorsitzende des TSV Wasserburg, Bastian Wernthaler, teilt auf Anfrage mit: „Mit Markus Bauer verliert die Wasserburger Sportfamilie eines ihrer wichtigsten Mitglieder. Markus Bauer war in seiner so bedeutenden Funktion als Sportreferent stets das Bindeglied zwischen Stadt und Verein. Darüber hinaus vertrat er einen der wichtigsten Sponsoren aller Sportarten und leistete damit einen unschätzbaren Beitrag für den Sport in Wasserburg.“ Markus Bauer sei ein „echter Sportfanatiker und leidenschaftlicher Fan“ gewesen. Kaum ein Spiel der Wasserburger Basketballerinnen oder der Wasserburger Löwen habe er verpasst.

„Immer war er mit ganzem Herzen an der Seitenlinie dabei. Ich persönlich erinnere mich an viele Gespräche mit ihm und war stets beeindruckt von seinem Einsatz, seinen Zukunftsplänen und seinem unbedingten Willen, den Sport in Wasserburg weiterzuentwickeln“, so Wernthaler. „Meine Gedanken sind bei seiner gesamten Familie. Ich wünsche ihr viel Kraft in den kommenden Wochen. Eines ist klar: Auch wenn sie eine echte Familie nicht ersetzen kann – die Wasserburger Sportfamilie wird Markus Bauer nie vergessen, ist immer für seine Familie da und dieser stets tief verbunden.“

Im Stadtrat war der Unternehmer ein quer durch alle Fraktionen geschätztes Mitglied: meinungsstark, konservativen Werten verbunden, stets fair und offen gegenüber anderen Positionen. Sein Wort hatte Gewicht. Die CSU zählte auch bei der Kommunalwahl auf ihn: Markus Bauer kandidierte auf dem aussichtsreichen Platz 5 erneut für den Stadtrat. „Mit großer Bestürzung haben wir von Markus’ Tod erfahren. Es reißt uns sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg“, sagt der sichtlich geschockte Vorsitzende der CSU Wasserburg, Wolfgang Schmid.

Er habe mit Markus Bauer stets hervorragend zusammengearbeitet. „Markus war sich für keine Tätigkeit zu schade, im Kommunalwahlkampf von 2002 haben er und Andi Aß mich bei einigen Veranstaltungen in die mir damals noch weniger bekannten Geheimnisse und Verflechtungen der Stadt eingeweiht. Als Wirtschaftsreferent vertrat er die uns sehr wichtige Position der Menschen, die das nötige Geld für das ‚S‘ in unserer Partei erarbeiten. Als Oliver Winter den Stadtrat verlassen hatte, übernahm er dessen Aufgabe als Fraktionssprecher.“

Der Retter des
beliebten Cafés Central

Mit großem Respekt blicke er auf Markus Bauers Tätigkeiten als Sportreferent zurück. Die Erfolge der Wasserburger Basketballdamen seien erst durch das Sponsoring der Firma Bauer möglich geworden. „Markus Bauer selbst verpasste kein Heimspiel, war bei seinen Besuchen für jedermann ansprechbar und hatte stets ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte. Wohin Sie in der Stadt schauen, überall hat Markus Bauer Spuren hinterlassen.“

Schmid erwähnt auch Markus Bauers Engagement als „stiller Teilhaber“ im Café Central. „In diesem Traditionslokal treffen sich Mitglieder sämtlicher Parteien und Gruppierungen zu einem zwanglosen Austausch. Die sachliche Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fraktionen im Stadtrat ist eine Folge der gemeinsamen Besuche im Café Central. Hart in der Sache, aber immer sportlich fair. Das war sein Credo.“

Im Sommer den
„Großen Bauer“ gefeiert

„Nun müssen wir ohne ihn weitermachen. Gelähmt vom Ereignis zwingen uns die Vorbereitungen zur Kommunalwahl zu Entscheidungen, die der Trauerarbeit entgegenstehen. Wir versuchen trotz unserer Betroffenheit weiterhin in seinem Sinne zu denken und zu handeln und hoffen darauf, dass der Markus unser Tun gutheißen würde“, so der CSU-Vorsitzende abschließend.

Markus Bauer hatte noch viel vor. Im Sommer feierte er gemeinsam mit seinem Bruder Florian noch das 50-jährige Jubiläum des „Großen Bauers“, Aushängeschild der 1887 als Käsewerk gegründeten heutigen Privatmolkerei und bekanntestes Produkt der Joghurt-Sparte. Die Bauer-Brüder hatten die Geschäftsführung der Gruppe 2021 einem Expertengremium übergeben, brachten sich als Aufsichtsräte weiter intensiv ein.

Markus Bauer war sehr heimatverbunden, vor allem der Altlandkreis Wasserburg lag ihm am Herzen. Doch er liebte auch das Reisen. Um ihn trauern auch Ehefrau Heike, ein Sohn und die Eltern.

Presseerklärung der Bauer-Gruppe

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