Bad Endorf/Kolbermoor/ Chieming – Eine einsatzreiche Silvesternacht vermeldet das Polizeipräsidium Oberbayern. Zu mehr als 600 Einsätzen seien die Beamten der Polizeidienststellen in der Nacht des Jahreswechsels gerufen worden. Insgesamt bildeten demnach Ruhestörungen, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen sowie Streitigkeiten den polizeilichen Schwerpunkt. Doch auch zu rund 80 Bränden durch Feuerwerk, Raketen oder Böller kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums. In der Regel konnten sie schnell durch die Feuerwehren gelöscht werden. Allerdings: Bei zwei größeren Bränden in der Region entstanden jeweils hohe Schäden.
Flammen schlugen
aus dem Dach
So begann das neue Jahr für die Feuerwehren von Bad Endorf, Hemhof, Rimsting, Prien und Halfing mit einem Großeinsatz. Um 23.54 Uhr wurde mit der Alarmstufe B4 die höchste Brandwarnstufe gemeldet. In der Hofhamer Straße in Bad Endorf stand der Dachstuhl der ehemaligen Fitnessalm in Vollbrand.
Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits Flammen aus dem Dach des Gebäudes. Mit massiver Manpower, Atemschutzgeräteträgern und zwei Drehleitern kämpften die Kameraden der fünf Wehren gegen das Feuer. Es gelang zwar zügig, die Flammen zu löschen, das Obergeschoss des Hauses war aber bis dahin zu einem großen Teil ausgebrannt.
„Der Brandherd war schwer zugänglich“, beschreibt Einsatzleiter Alexander Ziegler, Zweiter Kommandant der Bad Endorfer Wehr. Die Einsatzkräfte versuchten, das Feuer von den Drehleitern aus über die Dachhaut zu löschen. Später mussten vom Korb der Drehleiter aus mit Motorsägen Dachöffnungen geschaffen werden, um Brandnester bekämpfen zu können.
Minusgrade
erschweren Einsatz
Nach Augenzeugenberichten war der Einsatz auch deshalb gefährlich, weil das Löschwasser aufgrund der Minusgrade auf den Straßen rund um den Einsatzort schnell gefror und sie spiegelglatt waren.
Erst gegen 5 Uhr war der Einsatz beendet. Verletzt wurde zum Glück niemand. Nach Informationen der Polizei war das Gebäude unbewohnt und stand schon seit Längerem leer. Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei Rosenheim hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Eigentümer selbst beziffert den entstandenen Sachschaden mit etwa 100.000 Euro.
Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden
Die ersten Ermittlungen erfolgten durch Einsatzkräfte der örtlich zuständigen Polizeiinspektion Prien am Chiemsee. Noch vor Ort übernahm der Kriminaldauerdienst (KDD) der Kripo Rosenheim die weiteren Untersuchungen zur Brandursache.
Weil aufgrund der ersten Erkenntnisse vor Ort auch eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann, bitten die Ermittler um Hinweise möglicher Zeugen: Wer hat in der Silvesternacht kurz vor Mitternacht in der Hofhamer Straße in Bad Endorf verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt? Wer machte im Zusammenhang mit dem Brand verdächtige Wahrnehmungen, die für die Ermittler von Interesse sein könnten? Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon 08031/2000 bei der Kripo Rosenheim oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Auch für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Rosenheimer Straße in Kolbermoor und die Kolbermoorer Floriansjünger verlief der Jahreswechsel nicht so ruhig, wie erhofft: Aufgrund eines Balkonbrandes musste das Haus kurz vor Mitternacht geräumt werden. Den Schaden durch das Feuer bezifferte die Polizei in einer ersten Schätzung auf rund 150.000 bis 200.000 Euro.
Ein Anwohner hatte die Integrierte Leitstelle Rosenheim vor Mitternacht über ein Feuer informiert. Die Feuerwehr Kolbermoor rückte daraufhin sofort mit rund 30 Einsatzkräften zum Brandort aus. Ein Übergreifen des Feuers auf die Wohnräume der Wohnung, deren Bewohner zum Zeitpunkt des Brandes nicht zu Hause waren, konnte die Kolbermoorer Feuerwehr aber verhindern. Laut Polizei wurde das Feuer mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Feuerwerkskörper ausgelöst.
Mit Motorsägen Zugang
zu Stadel verschafft
Großalarm gab es auch für die Feuerwehren in Chieming und Umgebung in der Nacht um 3.19 Uhr. Ein Anwohner meldete der Integrierten Leitstelle Traunstein eine starke Rauchentwicklung und einen Feuerschein aus einem Heustadel in der Max-Kurz-Straße in Pfaffing. Daraufhin wurden die Feuerwehren Chieming, Grabenstätt, Hart, Ising, Traunstein und Traunreut alarmiert. Hinter dem Wettermantel des Stadels waren Heu und Stroh in Brand geraten. Die Kameraden der zuerst eintreffenden Feuerwehr Chieming verschafften sich mittels Motorsäge Zugang und schnitten die Holzverschalung heraus. So konnten Atemschutztrupps über eine Leiter in den Stadl vorrücken und das Feuer schnell löschen. Die weiteren Feuerwehreinheiten und in Bereitschaft stehenden Wehren konnten wieder abrücken.
Die Chieminger Floriansjünger räumten das Brandgut aus dem Stadel und wässerten den Brandbereich ein. Sie kontrollierten das Gebäude sowie das gelagerte Heu und Stroh mit der Wärmebildkamera auf Glutreste. Ob der Brand durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst wurde, wird von der Polizei untersucht. Die Höhe des entstandenen Schadens konnte gestern noch nicht beziffert werden. Kurz vor 5 Uhr morgens war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Im Einsatz vor Ort waren 50 Feuerwehr-Aktive, alarmiert und angerückt waren 109 Kameraden.