Pittenhart – Diesen Schicksalsschlag hat niemand kommen sehen: Ein Geschwisterpaar aus Pittenhart hat innerhalb von neun Jahren sowohl den Vater als auch die Mutter verloren. Der Vater starb bereits im Jahr 2016, die Mutter nun vor wenigen Tagen – am zweiten Weihnachtsfeiertag. Seitdem steht die Welt von Freunden, Familienangehörigen und Bekannten still.
„Verlust ist kaum
in Worte zu fassen“
„Viel zu früh mussten die beiden Geschwister lernen, was es heißt, Abschied zu nehmen – nun stehen sie ohne beide Elternteile da. Der Verlust ist kaum in Worte zu fassen“, heißt es aus dem näheren Umkreis. Heidi Erritz arbeitete seit Mai 2022 als Verwaltungskraft in der Bäckerei Miedl. Ihre beiden Kinder seien für sie das Allerwichtigste gewesen. „Sie wollte immer das Beste für ihre Kinder“, erinnert sich ihre Kollegin Patricia Bacher am Telefon im Gespräch mit dem OVB.
Sie spricht stellvertretend für die ganze Belegschaft und die Familie Miedl. Heidi Erritz sei nicht nur eine geschätzte, zuverlässige und lebensfrohe Kollegin gewesen, sondern auch ein „wunderbarer Mensch“, wie die Familie Miedl unterstreicht. „Deine Herzlichkeit, dein Engagement und dein Lachen werden uns sehr fehlen“, fügt die Familie Miedl hinzu. Bereits kurze Zeit nach dem Tod der Mitarbeiterin habe man beschlossen, den beiden Geschwistern zu helfen. „Die Kinder sind Vollwaisen und stehen derzeit ohne irgendwas da“, sagt Patricia Bacher.
Ein Stück Sicherheit und
Stabilität bewahren
Gemeinsam mit der Gemeinde Pittenhart habe man deshalb eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Die Spendenaktion soll dabei helfen, trotz allem ein Stück Sicherheit und Stabilität zu bewahren“, heißt es vonseiten der Gemeinde. Die Spendenaktion ist online zu finden. Zudem hat auch die Gemeinde Pittenhart ein Spendenkonto eingerichtet.
Die Spenden sollen unter anderem in den täglichen Lebensunterhalt, Lernmaterialien, Kleidung, therapeutische Unterstützung sowie eine Absicherung für die Zukunft der beiden Kinder fließen.
„Jede Spende, egal in welcher Höhe, ist eine wertvolle Hilfe und ein Zeichen dafür, dass die beiden Geschwister nicht alleine sind“, heißt es im Rahmen der Aktion. Innerhalb kürzester Zeit sind so bereits über 160.000 Euro zusammengekommen.
„Die Hilfsbereitschaft
ist sehr groß“
Überrascht davon ist Pittenharts Bürgermeister Sepp Reithmeier nicht. „Ich habe das gespürt. Die Hilfsbereitschaft ist sehr groß“, sagt er am Telefon. Bereits in der Vergangenheit habe die Gemeinde Spendenaktionen gestartet, das sei aber vor Reithmeiers Zeit gewesen.
Die Hoffnung ist nun, dass in den kommenden Tagen und Wochen noch mehr Geld zusammenkommt. Damit sich die Kinder zumindest um die Finanzen keine Sorgen machen müssen.
„Derzeit wird das Sorgerecht geklärt. Wie es mit allem anderen weitergeht, ist im Moment noch offen“, ergänzt Patricia Bacher von der Bäckerei Miedl. Die Beerdigung findet im engsten Familienkreis statt.